27.08.2020 18:54
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Jagdgesetz
«Ziegen haben Recht auf Schutz»
Der Schweizerische Ziegenzuchtverband (SZZV) stellt sich klar hinter das revidierte Jagdgesetz. Der Ausgang der Abstimmung sei für die Schweizer Ziegenzucht von grosser Bedeutung.

Der Wolfsbestand in der Schweiz nimmt stetig zu. Heute werden 10 Rudel gezählt mit insgesamt über 80 Wölfen. «Als das Jagdgesetz 1986 in Kraft trat, gab es in unserem Land noch keine Wölfe», schreibt der SZZV. 2018 wurden 591 Nutztiere gerissen. Auch die Schweizer Ziegenzucht leide unter dem zunehmenden Wolfsbestand.

Bei Annahme der Vorlage werde eine gesetzliche Grundlage vorhanden sein, die es erlaube, einzelne schadenstiftende Wölfe rascher zu regulieren und das Risiko für Schäden bei Ziegen zu verringern, so der SZZV in einer Medienmitteilung. Ziel der regulierenden Eingriffe sei es, die Sicherheit für Nutztiere, Kulturlandschaften und Menschen zu erhöhen. Das revidierte Jagdgesetz stärke aber auch den Artenschutz, die Artenvielfalt und den Tierschutz.

«Es sind nicht nur die Tierverluste an und für sich, die belasten. Auch vor und nach den Wolfsattacken entstehen grosse Aufwände und Kosten. Nicht zuletzt sind die Wolfsrisse auch emotional schwer zu verkraften», wird SZZV-Präsident Stefan Geissmann in der Mitteilung zitiert. Ziegenzüchter seien stolz auf ihre Tiere und investierten viel Herzblut. Wölfe könnten ein schreckliches Blutbad anrichten.

Durch die zunehmende Wolfspopulation und die damit verbundenen Risse gehe auch eine zunehmende Gefährdung von jetzt schon kleinen Beständen bei alteingesessenen Schweizer Ziegenrassen wie beispielsweise der Nera Verzasca einher. Die traditionelle Ziegenhaltung im Tessin mit freiem Weidegang werde durch die zunehmende Grossraubtierpopulation mehr und mehr verunmöglicht, heisst es weiter. 

Der SZZV steht hinter dem revidierten Gesetz: «Auch Ziegen haben ein Recht auf Schutz», hält der Verband fest. 

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