30.08.2016 11:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
„Rolle des Restgeldempfängers vom Tisch“
Am Dienstag hat der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) nebst der Richtpreisfestlegung auch Änderungen im Segmentierungssystem vorgeschlagen. Damit soll die Planungssicherheit auf allen Stufen der Wertschöpfungs-Kette erhöht werden.

Der Vorstand will das Reglement in Bezug auf die Verbindlichkeit von Milchkaufverträgen anpassen. Jeder Milchkäufer muss seinem Lieferanten vorgängig verbindlich mitteilen, wie viel Milch er im A-Segment und im B-Segment zu welchem Preis übernehmen wird. Bis spätestens zum 20. Tag des laufenden Monats sind in Zukunft die Konditionen für den Milchhandel des kommenden Monats vom Käufer mitzuteilen.

Keine längeren Vorlaufzeiten

Dieser Grundsatz soll sowohl für den Erst- als auch den Zweitmilchkauf gelten. „Damit kennt der Verkäufer in jedem Fall vor der Ablieferung Preis und Mengen für die Milch im A- und B-Segment“, hält die BOM fest. „Die Rolle des Milchbauern als Restgeldempfänger ist damit vom Tisch und die Wirkung der Segmentierung inklusive der Freiwilligkeit C-Milch wird mit dieser Massnahme gestärkt“, ist sich die Branchenorganisation sicher.

Längere Vorlaufzeiten erteilt die BOM eine Absage. „Im volatilen Marktumfeld, wie es der Milchmarkt darstellt, sind solche nicht sinnvoll und schaffen eine Unsicherheit, welche auch zuungunsten der Milchverkäufer ausfallen könnte“, hält die Organisation fest. Die Vertreter der Produzenten, des Handels und der Verarbeiter haben sich auf diesen Kompromiss geeinigt.

Mengensteuerung kein Thema

Eingeführt werden könnten die neuen Regeln ab dem 1. Januar 2017. Anfang Juli gab die BOM bekannt, Vorschläge für mehr Verbindlichkeit bei Milchkauf-Verträgen erarbeiten zu lassen. Für das angepasste Reglement wird ein Gesuch für eine Allgemeinverbindlichkeit gestellt. Die Statuten der BOM schreiben vor, dass über Änderungen des Reglements die Delegierten zu entscheiden haben. Eine ausserordentliche Delegiertenversammlung findet Mitte November 2016 statt.

Auf das Thema Mengensteuerung ging der Vorstand der BOM nicht ein.

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