8.02.2016 12:09
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
„Unverantwortbare Torheit ohnegleichen“
Derzeit wird zu viel Milch produziert. Ein Teil davon wird von der Schweiz über den Weltmarkt abgesetzt. Für BIG-M ist das unverständlich. Die Bauernorganisation will stattdessen Anreize für einen Lieferverzicht schaffen. Mengendrosselung müsse belohnt werden, so die Organisation.

In der Schweiz und in Europa wird derzeit zu viel Milch produziert. Die Produzentenpreise fielen in der Folge in den Keller. Doch statt die Menge zu drosseln, wird noch mehr gemolken. Für die Bauernorganisation BIG-M ist das ein unhaltbarer Zustand. „Mit scheinheiligen Aufrufen zur Produktionsdrosselung versuchen die Molkereien und die Produzentenorganisationen, den Schaden zu begrenzen“, schreibt BIG-M am Montag in einem Communiqué.

Probleme in die 3.Welt exportiert

Dem Aufruf der Schweizer Milchproduzenten (SMP) mag die Organisation nichts Positives abgewinnen. „Was nützt es, wenn 10 Bauern drei Prozent weniger liefern, der Elfte aber gerade seinen neuen Stall für 120 Kühe in Betrieb nimmt?“, so das Fazit von BIG-M.

Den Export von überschüssiger Milch via Lactofama wird hart kritisiert. Einerseits profitierten die Schweizer Verarbeiter dank der Lohnproduktion von der Abräumung. Andererseits würden so die hiesigen Probleme aber in andere Länder exportiert.  „Dies ist eine unverantwortbare Torheit ohnegleichen“, so BIG-M. Denn mit solchen Aktivitäten würden die Milchmärkte in der 3. Welt ruiniert.

Liefereinschränkung belohnen

Die Organisation schlägt einen anderen Weg vor, die Milchmenge zu reduzieren. So soll den Produzenten pro Kilo, das sie nicht mehr abliefern, 10 Rappen offeriert werden „Damit wären dann 120 Millionen Kilo vom Markt. Das wären 4 Prozent der Schweizer Milchmenge und nicht wie mit den Dumpingexporten nur 2 Prozent“, betont BIG-M. Die Reduzierung des Kuhbestandes soll unter anderem über Schlachtungen erfolgen. Da die Futtervorräte kleiner sind als auch schon, würde mancher Bauer ein solches Angebot annehmen, ist sich die Organisation sicher.

In die Branche setzt BIG-M keine Hoffnung. Die Industrie und die Händler würden an jedem Kilo Milch verdienen. „Und die Organisationen erheben auf jedem Liter eine Verbandsabgabe“, heisst es weiter. Werde nun nicht unternommen, werde die Milchproduktion endgültig an die Wand gefahren, warnt BIG-M.

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