18.08.2016 10:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Ausbildung
„Wir brauchen euch!“
7 Landwirtinnen, 149 Landwirte und 4 Bäuerinnen aus der Deutschschweiz haben dieses Jahr die Meisterprüfung bestanden. Am Mittwoch nahmen sie in Wangen an der Aare BE ihr Diplom in Empfang.

„Heuer haben wir einen der grössten Jahrgänge der vergangenen Jahre“, freute sich Agriprof-Leiter Martin Schmutz, der durch die Diplomfeier führte. Das stimme zuversichtlich für die kommenden Jahre, auch wenn eine genaue Prognose schwierig sei. Letztes Jahr waren es „bloss“ 70 Meisterlandwirte. Das hängt auch mit dem Übergang von der alten zur neuen Prüfungsordnung zusammen.

„Schweiz ohne Landwirtschaft: Undenkbar“

Ferner wurden in Wangen an der Aare BE vier diplomierte Bäuerinnen geehrt. Christine Bühler, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, rief den Diplomierten zu: „Wir brauchen euch!“ In Anspielung auf Markus Ritter, der bekannte, er habe die Nachbarin geheiratet, sodass zwei Betriebe zusammengelegt werden konnten, machte sie den Scherz: „Ich habe nicht meinen Nachbar geheiratet, auch wenn das vielleicht besser gewesen wäre.“ In der Fremde sei sie aber auch glücklich geworden, betonte sie.

Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, mahnte: „Wenn Sie dauerhaft ein erfolgreicher Unternehmer sein wollen, dürfen Sie das Wichtigste in Ihrem Leben nie aus den Augen verlieren: Ihre Gesundheit und Ihre Familie.“ Carlos Reinhard, der bernische Grossratspräsident, hielt ein Gastreferat: „Die Schweiz ohne Landwirtschaft: Undenkbar. Nicht nur heute. Sondern auch morgen und übermorgen.“ 

Nicht Wettbewerb gegen andere

Peter Küchler, Plantahof-Direktor und Prüfungsleiter, plädierte als Ansatz zur Lebensgestaltung: „Nicht Wettbewerb gegen andere, sondern Selbstverwirklichung meines eigenen Ichs.“ Man solle seiner Selbstbestimmung folgen, um die innersten Lebensziele zu erreichen und um als Mensch glücklich zu sein.

Den Reigen der Grussworte beendete Hans Jörg Rüegsegger, Präsident der Berner Bauern. Er sei stolz, dass die Diplomfeier im Kanton Bern durchgeführt werde, und gratulierte zum Abschluss der Weiterbildung. Aber es gehe weiter, denn, so Rüegsegger: „Vision ohne Anstrengung ist ein Traum. Anstrengung ohne Vision ist verlorene Zeit.“ Die Berner stellten übrigens 51 der 156 Meisterlandwirte, die am Mittwoch ihr Diplom erhielten.

Drei Absolventen ausgezeichnet

Die besten Absolventen, alle mit einem Notendurchschnitt von über 5,7, wurden von den Schweizer Agrarmedien ausgezeichnet. Es waren dies Philipp Tschirren, Belpberg BE, Stefan Liechti, Ersigen BE, und Dominik Wirth, Mörschwil SG. Letzterer sagte: „In der Betriebsleiterschule lernt man, die Dinge richtig zu tun. In der Ausbildung zum Meisterlandwirt lernt man, die richtigen Dinge zu tun.“

Liechti betonte: „Ich habe nun die Voraussetzungen, um den elterlichen Betrieb erfolgreich weiterzuführen und vielleicht Lehrlinge auszubilden.“ Tschirren dankte seiner Frau, seiner Familie und auch Gott, den Schöpfer der Erde, der ihn inspiriere. Markus Aebi, Präsident der Schweizer Agrarmedien, betonte seinerseits: „Ohne Mut ist alles Wissen nutzlos.“

Die Feier wurde umrahmt von der Gesangskunst von Lara Sommer. Den Saal festlich dekoriert hatten die Oberaargauer Landfrauen. Der Apéro draussen vor dem historischen Salzhaus, mit Blick auf Aare und Holzbrücke, war ein vorläufiger Höhepunkt, bevor zahlreiche Familien zum feinen Mittagessen schritten und so den Jubeltag in Gemeinschaft begingen. 

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