12.05.2015 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Matthias Zurflüh, lid
Innovation (2/4)
„Wir können ein Maximum erreichen”
Philippe Savary, Product Manager Rindvieh bei der Futtermühle Kunz-Kunath, erklärt wo die Innovations-Inputs herkommen, wie damit umgegangen wird und welchen Wert Traditionen haben.

Was verstehen Sie unter Innovation?
Philippe Savary: Einerseits stetig neue Produkte und neue Ideen zu entwickeln, andererseits auf fremden Märkten nach Neuerungen zu suchen und diese auf unseren Märkten einzuführen bzw. in unserem Markt zu adaptieren.

Wie betreibt Kunz-Kunath Innovation?
Unsere Firma ist seit 1959 Mitglied in einer Vereinigung namens European-Feeding-Team (EFT). Dies ist eine Organisation von führenden privaten Futtermühlen mit dem Ziel, Erfahrungen aus dem R&D (Anmerkung der Redaktion: Forschung und Entwicklung) auszutauschen. An Meetings diskutieren die technischen Leiter der Mitglieder über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Branche. Auf diese Weise kann effektiver geforscht und entwickelt werden, da nicht jedes Mitglied dieselben Erfahrungen im eigenen Markt machen muss.

Hat man in diesem Gremium einen guten und transparenten Austausch?
Da die Firmen auf den Heimmärkten nicht in Konkurrenz stehen und die teilnehmenden Mitarbeiter in Entwicklungs- und nicht in Verkaufsabteilungen arbeiten, herrscht ein offenes Gesprächsklima. Es gilt jedoch die Abmachung, dass nicht über Märkte gesprochen wird, in denen Mitglieder sich konkurrieren, wie zum Beispiel in Südostasien. Preise oder Umsätze werden ebenfalls nicht ausgetauscht.

Wo holen Sie sich sonst noch Inputs für Innovation?
Rohstofflieferanten müssen mit Forschungszentren zusammenarbeiten, um ihre Produkte anzupreisen. Dies ist eine Quelle für neue Entwicklungen. Häufig sind es auch politische Gründe, welche Innovationen fordern. Die Rahmenbedingungen für Futtermittel in der Schweiz und auch im Ausland werden regelmässig angepasst und man wird somit gezwungen, innovativ zu sein. In unserer Branche hat in den letzten 30 Jahren der Wechsel von maximaler Produktion mit Leistungsförderern auf eine möglichst nährstoffeffiziente und ressourcenschonende Produktion mit dem Einsatz von pflanzlichen Wirkstoffen eine Vielzahl von Innovation hervorgebracht.

Was zeichnet Sie bzw. das Unternehmen Kunz-Kunath aus, um am Markt erfolgreich zu sein?
Die Kunz Kunath AG ist eine innovative Firma, weil man schlank strukturiert und organisiert ist. Dies ermöglicht es uns, rasch auf Entwicklungen zu reagieren. Zudem konzentrieren wir uns nur auf die Produktion von Futtermitteln, dies ist unsere Kernkompetenz und dort versuchen wir so gut zu sein wie möglich.

Welche traditionellen Werte haben bei ihrem Unternehmen eine Bedeutung?
Unsere Firma besteht seit 1926 und ist immer noch im Besitz der Gründerfamilien. Die Geschäftsleitung weist im Durchschnitt 27 Dienstjahre auf. Wir haben eine Fluktuationsrate von unter fünf Prozent, all dies zeigt deutlich, dass wir unseren Werten treu bleiben und somit auch die Mitarbeiter dem Unternehmen.

Gibt es im Unternehmen Kunz-Kunath ein Innovationsbudget?
Das Unternehmen verfügt über eine eigene Abteilung für die Entwicklung. Dort gibt es ein Innovationsbudget. Aber wir haben aufgrund unserer Grösse mit 112 Mitarbeitern gar nicht die Möglichkeiten, selber Innovationsführer zu sein. Aufgrund unserer internationalen Zusammenarbeit können wir jedoch ein Maximum mit unseren Ressourcen erreichen.

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