1.10.2016 06:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Sömmerung
1100 Mal für Alptiere geflogen
80 Älpler haben diesen Sommer beim Alpofon angerufen, weil sie Ersatz für einen Melker oder einen Hirten suchten. Das vermittelte Personal stammte meist aus dem Ausland. Die Rega flog 1100 Einsätze für Bergbauern.

Die Alpsaison 2016 ist Geschichte. Die meisten Alpen sind verlassen, das Alpofon stellt am Freitag den Betrieb ebenfalls ein. Die Hotline vermittelt seit vielen Jahren Alppersonal —  und auch dieses Jahr lief das Telefon zeitweise heiss. «Über die Hälfte der Anfragen ging im Juli ein», bilanziert Barbara Sulzer.

Erstmals mehrheitlich aus dem Ausland


Sulzer betreut das Alpofon mit zwei anderen Älplerinnen. «Man hat gemerkt, dass die Alpen heuer später bestossen wurden. 2015 wurde im Juni am häufigsten nach Ersatzpersonal gesucht.» Am meisten Alppersonalausfälle gibt es in der ersten Alphälfte, einige Wochen nach der Auffahrt – dann, wenn sich Spannungen im Alpteam nicht mehr abbauen lassen oder wenn die Leute mit der Arbeit überfordert sind.

Das Alpofon half dieses Jahr 80 Älplern bei der Personalsuche. Das sei etwas weniger als 2015, aber im Schnitt der letzten zehn Jahre, sagt Sulzer. «In über 70 Prozent der Fälle wurde ein Melker gesucht, viele Anfragen gingen aber auch für Allrounder, Hirten und Zusennen ein.» Das durch das Alpofon vermittelte Personal stammte in diesem Jahr erstmals mehrheitlich aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland. «Drei von vier Personen, die wir vermittelt haben, kannten das Älplerleben bereits», so Sulzer, «dieser Wert ist höher als andere Jahre.»

Sulzer verweist darauf, dass die Homepage zalp.ch immer öfter zur Personalsuche genutzt wird. Auch im «Schweizer Bauer» gibt es immer mehr Stelleninserate. «Unsere Hotline braucht es dennoch, denn die Beratung und die Vorauswahl von Ersatzälplern durch das Alpofon werden geschätzt, damit nachher ‹die Chemie stimmt›.»

Rega: Einsätze im langjährigen Mittel


Auch die Rega kann Bilanz ziehen zum Alpsommer 2016. «Wir haben dieses Jahr bis Ende September rund 1100 Einsätze organisiert», weiss Mediensprecher Harald Schreiber. «Im Rahmen der Bergbauernhilfe wurden verletzte, abgestürzte oder tote Kühe aus unwegsamem Gelände bis zur nächsten mit einem Fahrzeug erreichbaren Stelle geflogen.» Für diese Rettungsflüge beauftrage die Rega kommerzielle Helikopter-Transportunternehmen.

«Die Zahl der diesjährigen Einsätze liegt im langjährigen Mittel. Im vergangenen Jahr organisierten wir 1160  Flüge.» Die Kosten für solche Einsätze   würden sich nicht allgemein beziffern lassen. «Wenn der Tierbesitzer Gönner bei der Rega ist, können ihm die Kosten aber erlassen werden.» 

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