13.03.2014 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Witterung
125 Millionen Schaden wegen Hochwasser und Erdrutschen
Überschwemmungen, Erdrutsche, Steinschläge und Felsstürze haben im vergangenen Jahr finanzielle Schäden von rund 125 Millionen Franken verursacht. Dies ist zwar drei Mal mehr als im Vorjahr aber viel weniger als im langjährigen Durchschnitt, wie die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Donnerstag mitteilte.

Die Hälfte der Kosten entstanden in nur drei Tagen und zwar als es Ende Mai 2013 andauernd regnete und es zwischen dem 31. Mai und 2. Juni in der Nordost- und der Zentralschweiz zu Hochwassern und Rutschungen kam.

In und um Widnau SG trat der Rheintaler Binnenkanal gleich zwei Mal über die Ufer und überflutete das Dorf. Auch Altstätten, Au, Berneck und Rüthi SG verzeichneten grosse Schäden. «Auffallend waren an diesem Wochenende die vielen zumeist kleineren Rutschungen und Hangmuren», schrieb das WSL nach der Auswertung der eigenen Unwetterschadens-Datenbank. In Mitleidenschaft gezogen wurde der Kanton Appenzell Ausserrhoden. Auch in Sarnen, Beckenried und Lauerz ereigneten sich grössere Rutschungen.

Teure Murgänge im Val Parghera GR

83 Prozent der Schadenssumme gehen gemäss WSL auf so genannte Wasserprozesse einschliesslich der Verfrachtung von Geschiebe und Murgänge zurück. Erwähnenswert sind laut Forschungsinstitut die Mungänge im Val Parghera GR. Dort begannen im Frühling mehrere hunderttausend Kubikmeter Erdmaterial zu rutschen.

Die Murgänge transportierten das Erdreich bis ins Churer Rheintal: Die Strasse zwischen Chur und Domat/Ems GR musste gesperrt und eine Notbrücke gebaut werden, wie das WSL erinnert. Bis Ende August beliefen sich die Kosten 7,1 Millionen Franken.

Unwetter fordern mindestens drei Todesopfer

Zwar verursachten 2013 Steinschläge und Felssturz wenig Kosten, sie forderten aber zwei Menschenleben. Auf dem Gornergletscher im Wallis wurde im Juli ein Kind von einer grossen Steinplatte erfasst und im Misox GR starb eine Alphirtin und Mutter in einem grossen Felssturz im Val Cama, als sie aus der Alphütte floh.

Gewitter und intensiver Regen waren 2013 für rund 40 Prozent der Schäden verantwortlich. Ins Gewicht fiel dabei ein Gewitter im Raum Schaffhausen am 2. Mai. Die Wassermassen beschädigten gemäss WSL 520 Gebäude und verursachten Schäden von rund 20 Millionen Franken. Zudem ertrank gleichentags im Kanton Aargau eine Frau im Sulzerbach, als ein Auto von der Strasse geschwemmt wurde.

Schadensarmes Jahr

Auch im Juli verursachten Gewitter Schäden in den Kantonen Luzern, Graubünden, Tessin, Genf und Bern. Dennoch verzeichnet das WSL seit sechs Jahren unterdurchschnittliche Schadenssummen. «Auch das Jahr 2013 geht als eher schadenarmes Jahr in die Statistik ein», teilte das Insitut weiter mit.

Der teuerungsbereinigte, langjährige Mittelwert von 1972 bis 2012 liegt bei rund 329 Millionen Franken. Einzelne Ereignisse können diesen jedoch stark beeinflussen. Letztmals trieben 2007 Unwetterschäden die Schadenssumme im die Höhe. Am teuersten seit 1972 war das Jahr 2005 als im August Hochwasser Schäden von über drei Milliarden Franken verursachten.

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