7.06.2016 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Kommunikation
30'000 am Tag der offenen Hoftüren
Am Sonntag haben über 100 Schweizer Bauernhöfe erstmals am europäischen Tag der offenen Hoftüren mitgemacht. Über 30'000 Personen nahmen die Gelegenheit wahr und besuchten einen der Bauernhöfe, die den Besuchern vielfältige Programme boten.

Trotz Abstimmungen, Gotthardfest, und vielen Sommeranlässen fanden am 5. Juni über 30'000 Kinder und Erwachsene ihren Weg zu einem Bauernhof. In Rosshäusern (Gemeinde Mühleberg) bei Bern haben gleich 4 Betriebe gemeinsam mitgemacht. Sie freuten sich über das Interesse der Besucher. Gruppenweise schlenderten Familien und Touristen durchs Dorf, streichelten Ferkel am ersten Tag ihres Lebens oder besichtigten Mastpoulets, Kühe und Kälbchen.

Vielfältiges Angebot

Den Bauernfamilien ging es, wie Sonja Fritsche in Montlingen SG, die sagt: "Wir wurden nicht überrannt, die Besucher kamen grüppchenweise, dafür hatten wir mehr Zeit fürs Gespräch. Wir werden wieder mitmachen." Auch Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes und Kurt Nüesch, Chef der Schweizer Milchproduzenten, besuchten Höfe. Sie sind überzeugt, dass offene Türen und direkte Begegnungen ein gutes Mittel sind, um Brücken zu schlagen und das Vertrauen in die Schweizer Landwirtschaft zu stärken.

Die Angebote auf den Höfen waren sehr vielfältig, einige begannen bereits um 5.30 Uhr, wo Besucher eingeladen waren, beim Melken zuzuschauen und anschliessend zum Frühstücken auf dem Hof. Gabi Fischli in Benken SG hatte mit 300 Besuchern gerechnet. Gekommen sind 500. Auch Sandra Bütler fand den Tag auf Ihrem Hof in Wädenswil "megalässig".

Einige Anbieter enttäuscht

Einige Anbieter hingegen waren enttäuscht, dass nicht mehr Besucher kamen. In den Rückmeldungen zeigt sich, dass Wetterlage, Werbung und Wissendurst als Gründe genannt wurden. Während bei Daniel Minder in Rosshäuern, aufgrund der Inserate in der Zeitung 20 Minuten, Touristen aus Deutschland vorbeikamen, sagten andere, sie hätten gar nicht gewusst, dass dieser Tag angeboten wurde.

Andere Echos zeigen, dass das Interesse und der Wissensdurst der Konsumenten an der Landwirtschaft als höher eingeschätzt wurde. Nach Auswertung der Rückmeldungen wird eine Bilanz gezogen und über die Fortsetzung solcher und ähnlicher Angebote beraten.

Markus Rediger von der Projektleitung Stallvisite betonte nach Abschluss des Tages, dass solche Begegnungsmöglichkeiten zwischen Produzenten und Konsumenten ein Gebot der Stunde seien: "Zum Glück beteiligen sich bei diesem und andern Projekten immer wieder viele Bauernfamilien, auch wenn dies jeweils einen grossen Aufwand bedeutet."

Der Tag der offenen Hoftüren ist ein Projekt der Kampagne "Gut, gibt's die Schweizer Bauern" unter der Leitung des Schweizer Bauernverbandes SBV. Er wird von landwirtschaftlichen Organisationen und Sponsoren getragen und finanziert. Alle, die den Tag der offenen Hoftüren verpasst haben, können jederzeit Stallvisite-Betriebe besuchen. Über 300 Höfe öffnen ihre Stalltüren ganzjährig für individuelle Besucher, dies im Rahmen des Projekts "Stallvisite".

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