16.05.2020 15:10
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Luzern
90 Prozent machen guten Job
Die Luzerner Lebensmittelbetriebe hielten sich 2019 grossmehrheitlich an die Vorgaben bezüglich Sicherheit, Hygiene und Deklaration. Dies zeigen die rund 7000 Proben und 1800 Inspektionen der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz.

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz hat 2019 rund 7000 Proben aus den Bereichen Lebensmittel, Trinkwasser und Gebrauchsgegenstände wie Geschirr untersucht. 11,4 Prozent mussten beanstandet werden. Die meisten Beanstandungen hatten mikrobiologische Mängel im Bereich der Hygiene als Ursache. Diese sind vielfach auf eine unsachgemässe Handhabung wie die Lagerung bei zu hohen Temperaturen, ungenügende Warentrennung oder Überschreiten der Verbrauchsfristen zurückzuführen.

Sicheres Trinkwasser hat hohe Priorität

Bei der Untersuchung von 159 Trinkwasserproben wurden in Proben aus 28 Gemeinden Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil bzw. von seinen Abbauprodukten nachgewiesen. In neun Gemeinden sei der Höchstwert für das Abbauprodukt Chlorothalonilsulfonsäure überschritten worden, teilt die Staatskanzlei Luzern mit. Die betroffenen Gemeinden liegen in Gebieten, wo verbreitet Ackerbau und Obstbau betrieben wird.

«Die Trinkwasserversorgungen sind nicht die Verursacher des Problems», stellt Kantonschemiker Silvio Arpagaus, Leiter der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz, klar. Ab 2020 gelten für neue Stoffe Höchstwerte, darunter ein Abbauprodukt von Chlorothalonil mit der Bezeichnung R471811. Die wenigen Daten, die zum jetzigen Zeitpunkt vorliegen, zeigen, dass dieses in deutlich erhöhter Konzentration vorzukommen scheint und vergleichsweise weit verbreitet ist. Daran wird auch das seit Anfang 2020 geltende Chlorothalonil-Verbot nicht so schnell etwas ändern, da es Jahre oder gar Jahrzehnte dauern kann, bis derartige Rückstände aus dem Trinkwasser verschwinden.

Bei über 93 Prozent der Betriebe gute bis sehr gute Verhältnisse

Neben der Prüfung von Lebensmitteln haben die Kontrolleure rund 1800 Inspektionen durchgeführt, namentlich in Trinkwasserversorgungen sowie Industrie-, Gewerbe-, Handels- und Verpflegungsbetrieben. Dabei wurden Aspekte wie die Sauberkeit und der Zustand der Infrastruktur, die Ausbildung der Mitarbeitenden oder die Verarbeitung von Lebensmitteln vor Ort geprüft.

Bei über 93 Prozent der Inspektionen wurden gute bis sehr gute Verhältnisse festgestellt. Bei 95 Betrieben (6,4 Prozent) wurden grössere Mängel vorgefunden. Diese Betriebe werden verpflichtet, die Mängel zu beheben. «Führt eine Inspektion zu einem unbefriedigenden Resultat, vermindert sich der Zeitraum zur nächsten Kontrolle. Mangelhafte Betriebe werden also häufiger kontrolliert als gute», so Arpagaus.

Informationen zu Lebensmitteln haben Verbesserungspotential

Zu jedem Lebensmittel müssen Informationen an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden. Arpagaus: «Die Kontrollen zeigen, dass diese Informationen zu häufig mangelhaft sind, und dass die Konsumentinnen und Konsumenten nicht alle oder falsche Angaben erhalten.» So entsprach beispielsweise die Herkunftsangabe von Fleisch bei einem Drittel der geprüften Verpflegungsbetriebe nicht den Tatsachen und das Zutatenverzeichnis von rund der Hälfte der kontrollierten Produkte wiesen Mängel auf. Korrekturmassnahmen wurden bei den betroffenen Betrieben angeordnet, teilweise wurde zudem die Unterstützung durch private Dienstleister empfohlen.»

 

 

 

 

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