11.05.2017 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Strukturwandel
990 Betriebe sind verschwunden
Im vergangenen Jahr gab in der Schweiz noch 52'263 Landwirtschaftsbetriebe. Das sind 990 weniger als im Vorjahr. Der Abwärtstrend ist auf das Minus bei kleineren Betrieben zurückzuführen. Dies geht aus der landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2016 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Im vergangenen Jahr haben 990 Betriebe für immer ihre Tore geschlossen. Damit sank Anzahl Betriebe auf insgesamt 52'263, das sind 1.9 Prozent weniger als 2015. Der Strukturwandel hat sich im Vergleich zum Vorjahr wieder beschleunigt. 2015 lag der Rückgang gemäss BFS bei 1.5 Prozent. Noch im Jahr 2000 gab es 70'537 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz. 

Tal- und Berggebiet betroffen

Im vergangenen Jahr waren das Talgebiet (-1.8%) und das Berggebiet (-1.9%) gleichermassen betroffen. Gestiegen ist die Anzahl Betriebe mit einer Nutzfläche von mehr als 30 Hektaren. Die Zunahme lag bei 1.9 Prozent. Der Abwärtstrend insgesamt ist auf den deutlichen Rückgang bei den Kleinstbetrieben (-2.9%) zurückzuführen. Eine positive Entwicklung ist bei den Biobetrieben zu beobachten. Die Anzahl Betrieb nahm schweizweit im Vergleich zu 2015 um 104 auf 6'340 Einheiten zu.

In den meisten Kantonen hat die Anzahl Betriebe abgenommen. Das deutlichste Minus in absoluten Zahlen wurde in den Kantonen Bern (-207), Wallis (-176), Zürich (-106) und St. Gallen (-87) beobachtet. Eine leichte Zunahme der Betrieb gab es in Schaffhausen (+3) und Basel-Stadt (+2). Am meisten Landwirtschaftsbetriebe gibt es im Kanton Bern (10'684). Es folgen Luzern (4'652), St. Gallen (4'025) und Waadt (3'618).

2016 beschäftigten die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe 153'400 Personen, 1,3 Prozent weniger als 2015. Zwei Drittel der Betriebsleitenden arbeiten Vollzeit. Die restlichen Mitarbeitenden sind grösstenteils Teilzeitbeschäftigte (66 Prozent). Gesamthaft arbeiteten 55'600 Frauen in der Landwirtschaft, darunter knapp 3000 Betriebsleiterinnen.

Als Landwirtschaftsbetriebe gelten alle landwirtschaftlichen Einheiten, die eine der folgenden Mindestnormen erfüllen: 1 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) oder 30 Aren Spezialkulturen oder 10 Aren in geschütztem Anbau oder 8 Mutterschweine oder 80 Mastschweine oder 300 Stück Geflügel.

610'000 ha Wiesen und Weiden

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche blieb 2016 praktisch stabil. Das BFS wies einen Rückgang von 653 Hektaren auf insgesamt 1'049'072 ha aus. Am meisten Nutzfläche ging in den Kantonen Aargau (-496 ha), Schwyz (-345 ha) und Luzern (-275 ha). Eine deutliche Zunahme, wohl auch nur statistischer Natur, wurde in den Kantonen Bern (+303 ha), Jura (+254 ha), Waadt (+221 ha) und Tessin (+192 ha) ausgewiesen.

Schweizweit hat die konventionelle Nutzfläche um 5492 ha auf 906'999 ha abgenommen. Die biologisch bewirtschaftete Fläche hingegen nahm um 4'839 ha auf insgesamt 142'073 ha zu. Der Anteil der biologisch bewirtschafteten Nutzfläche betrug 2016 rund 14 Prozent. 58 Prozent der gesamten Nutzfläche sind mit Naturwiesen und Weiden (ohne Sömmerungsweiden) bedeckt. Das sind insgesamt 611'600 ha.

Zuckerrübenfläche schmolz um 3.4 Prozent

Auf 398'700 Hektaren Ackerland (38% der LN) wurde Getreide (144'800 ha), hauptsächlich Weizen (83’700 ha), angebaut. Die sonstigen Flächen (38'800 ha, 4% der LN) bestanden zu 13'400 Hektaren aus Rebland und zu 7200 Hektaren aus Obstanlagen. Eine Abnahme der Fläche wurden beim Raps gemessen. Die Anbaufläche sank um 10 Prozent auf 20'900 ha, die Flächen von Sonnenblumen (+7% auf 4'845 ha) und Soja (3% auf 1'765 ha) nahmen hingegen. Um 5 Prozent ausgedehnt wurde auch die Fläche von Gemüse. Für den Gemüseanbau wurden im vergangenen Jahr 11'900 ha genutzt. 

Geschrumpft ist auch die Anbaufläche von Zuckerrüben. Das Minus lag bei 664 ha oder 3.4%. 2016 wuchsen noch auf 19'095 Rüben. Leicht ausgedehnt wurde die Karoffelfläche (+104 ha auf 10'995 ha).

778 Milchbauern weniger

Die tiefen Milchpreise im vergangenen Jahr haben sich auf den Milchkuhbestand ausgewirkt. Dieser nahm um 7'511 Tiere ab. 2016 lebten noch 575'766 Milchkühe auf Schweizer Höfen. Zugenommen hat der Bestand an Biokühen. Das Plus betrug 891 Tiere. Insgesamt lebten damit 51'404 Biokühe in der Schweiz.

Die Betriebe, die nach wie vor in der Milchproduktion tätig sind, haben immer grössere Milchkuhbestände (21 Milchkühe pro Betrieb). Im vergangenen Jahr sind 778 Betriebe aus der Milchproduktion ausgestiegen. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent oder 778 Milchviehbetrieben. Damit gab es Ende 2016 in der Schweiz noch 20'987 Milchproduzenten. Rückläufig hat sich im vergangenen Jahr auch die Milchproduktion entwickelt. Diese bildete sich um 1,5 Prozent auf insgesamt 3'433'975 Tonnen zurück. Gemäss TSM ist der zweite Rückgang in Folge.

Der Rindviehbestand (-2,3%) ging im Jahr 2016 zurück, während die Anzahl Ziegen – vor allem in den Bergregionen – leicht zunahm (+1,5%). Im Bereich der Schweinefleischproduktion nahm gemäss BFS sowohl die Anzahl Produzenten (-3,4%) als auch der Tierbestand (-2,8%) ab.

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