12.05.2013 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Aargau
Aargau: Weniger Betriebe, mehr Tiere
Der Aargau ist einer der dynamischsten Wirtschaftsstandorte der Schweiz. In diesem Umfeld vermag sich eine differenzierte und zunehmend selbstbewusste Landwirtschaft zu behaupten.

Der soeben veröffentlichte Rechenschaftsbericht 2013 über die Landwirtschaft Aargau vermittelt das Bild eines fortschrittlichen Wirtschaftszweiges, der zwar betriebs- und flächenmässig schrumpft, aber seinen Platz im dynamischen Umfeld eines entwicklungsstarken Kantons behauptet. Dazu mögen in erster Linie die durch Topografie und Klima begünstigten Produktionsverhältnisse sowie die Nähe zu grossen Absatzmärkten beitragen.

Der Aargau nützt auch den begrenzten kantonalen Spielraum in der Agrarpolitik aus und fördert mit verschiedenen Instrumenten wie Beratung, Bildung und Agrarfonds eine nachhaltig produzierende Landwirtschaft. Er unterstützt entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette auch absatzorientierte Projekte. Die kommende alle zehn Jahre stattfindende Aargauische Landwirtschaftsausstellung 2013 im August dient dem Dialog zwischen der Landwirtschaft und der Bevölkerung.

Weniger Betriebe

Ausgewählte, wenn auch nicht allerneueste Daten im Jahresbericht verdeutlichen den Strukturwandel in der aargauischen Landwirtschaft. Im Jahr 2011 (die Angaben für 2012 liegen erst im August vor) wurden im viertgrössten Schweizer Kanton noch 3'635 Landwirtschaftsbetriebe gezählt, 100 weniger als im Vorjahr. Davon waren 212 Biobetriebe (2010: 214).

Die Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) sank innert Jahresfrist um weitere 422 ha auf 61'523 ha. Das offene Ackerland ging um 258 ha auf 26'357 ha und das Grünland um 184 ha auf 33'446 ha zurück. Hingegen stiegen die ökologischen Ausgleichsflächen um 313 ha auf 6'980 ha. Die Rebfläche blieb mit 342 ha praktisch unverändert, während sich die Fläche der Obstanlagen zwischen 2010 und 2011 um 58 ha auf 340 ha reduzierte. Innert Jahresfrist schrumpfte die Zahl der Hochstammobstbäume abermals um 1'142 auf 184'146.

Die Tendenz zu weniger, aber grösseren Betrieben widerspiegelt sich in den Tierbeständen. Die Rindviehzahl stieg um 580 auf 89'123 Tiere, davon waren 35'759 Kühe (2010: 35'198). Der Pferdebestand mit 4'814 Tieren, der Ziegenbestand mit 1'974, der Schafbestand mit 23'454 und der Schweinebestand mit 99'787 Tieren veränderten sich nur geringfügig. Hingegen stiegen die Bestände der Mastpoulets um 36'900 auf 792'141 sowie die Lege- und Zuchthennen um 16'700 auf 319'352.

150 Mio. Direktzahlungen

Im Jahr 2012 wurden der aargauischen Landwirtschaft 150,96 Mio. Franken Direktzahlungsbeiträge ausgerichtet, 401'000 Franken weniger als 2011, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass der Flächenbeitrag pro Hektare LN um 20 Franken gekürzt wurde. Die wesentlichsten Anteile betrafen 75,40 Mio. für allgemeine Flächenbeiträge, 25,40 Mio. für Raufutter verzehrende Nutztiere, 11,73 Mio. für ökologischen Ausgleich, 7,89 Mio. für regelmässigen Auslauf ins Freie, 6,85 Mio. für naturnahe Landwirtschaft und 5,13 Mio.  für Beiträge im Ackerbau.

Zum Thema Finanzen noch drei Kennzahlen der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse (ALK): Sie bewilligte 21,7 Mio.   Franken Investitionskredite, 1,1 Mio. Franken Betriebshilfedarlehen und 4,0 Mio. Franken Agrarfondsdarlehen.

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