30.06.2019 08:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Datenaustausch
«ADA gibt Bauern die Datenhoheit»
Mit ADA ist das Mehrfacherfassen von Daten vorbei. Ab diesem Sommer sollen die Datenbanken von IP-Suisse, Agrosolution und Aaremilch mit der ADA-App verknüpft werden. Bauern können davon profitieren.

Susanne MeierDas Projekt ADA (Agrar-Daten-Austausch) tritt in eine neue Phase. «Im Sommer soll eine Applikation eingeführt werden, mit der jeder Bauer entscheidet, an welche Datenbanken seine Daten automatisch übermittelt werden sollen», erklärt Projektleiter Alain Sandoz. «Das erleichtert die Datenerfassung und bewahrt vor Abhängigkeiten.» Die ersten an ADA angeschlossenen Datenbanken werden jene von Agrosolution AG, IP-Suisse, der Aaremilch sowie eine Demonstrationsplattform der Datenbank für Direktzahlungen des Kantons Bern (Gelan) sein. 

Schritt für Schritt

Von den  Neuerungen können laut  Sandoz viele profitieren: «Bei Agrosolution  sind es 34000 mögliche  Kunden, davon 16000 bei IP-Suisse.» Und er betont: «ADA ist  kostenlos für die Bauern. Es werden keine Lizenzgebühren erhoben, der Landwirt muss keine Software kaufen.»

ADA wurde 2018 von IP-Suisse und Agrosolution gestartet, mit dem Ziel,  das Problem der Mehrfacheingabe von Agrardaten  zu lösen. Im November 2018 wurde     ein Prototyp der App für das Bewilligungsmanagement, die   ADA-App, zu Testzwecken bereitgestellt. «Jetzt werden wir diese App  mit den erwähnten Datenbanken vernetzen», so Sandoz.

ADA bietet dann zwei Funktionen: Der Bauer kann über die App den Datentransfer jederzeit bewilligen oder verwehren.  Die Übermittlungsfunktion  führt dazu, dass die Daten, für die er die Bewilligung gegeben hat,  von einer Datenbank auf die andere übertragen werden. Diese Funktion wird von ADA zur Verfügung gestellt und von den Datenbankbetreibern genutzt.

Es gibt in ADA keine zentrale Schnittstelle, jeder Datenbankbetreiber  betreibt die Funktionen, die er braucht. Nach diesem Vorbild  können weitere Datenbanken integriert werden.

ADA soll den Bauern weitere Mehrwerte bringen. Beispiel Milchsammlung: Hier würden viele Daten gesammelt, so Sandoz.   «Aber der Bauer  hat nichts davon, und er hat   keine Datenhoheit. Mit ADA wollen wir, dass die Daten im Besitz des Bauern bleiben und er entscheidet, wer sie nutzen kann.»  Für Sandoz ist auch die Rückverfolgbarkeit  zentral: «ADA hat das Ziel, dass die für eine gute Rückverfolgbarkeit der Produkte und Produktionsmethoden entscheidenden Daten über die gesamte Wertschöpfungskette bis zum Betrieb zurückverfolgt werden können.»

Umkehr der Logik

«Mit ADA wollen wir eine Umkehrung der bisherigen Logik, wonach der Bauer verpflichtet ist, administrative Daten zu liefern, um zu belegen, dass er seinen Beruf so ausübt, wie es die Gesellschaft von ihm erwartet», erklärt Sandoz.

lle Daten, die  im Feldkalender, in der Düngerbilanz, beim Melkroboter,  den Traktoren, Maschinen und Anlagen generiert werden, müssten Beweis genug sein, dass  der Bauer   an der Herstellung hochwertiger, umweltgerechter und tierfreundlicher Produkte arbeite. «Wenn diese Daten während des Produktionsprozesses entstehen, für den Betrieb nützlich und zudem verfügbar sind, sollten sie externen Akteuren übermittelt und verarbeitet werden können, ohne dass die Bauer   einen Mehraufwand haben», findet er. 

www.ada-eda.org ?  auf der Weltkugel links oben Sprache Deutsch anwählen

Barto – die Smart-Farming-PLattform

Barto hat ebenfalls zum Ziel,  das Datenhandling zu vereinfachen. Die Smart-Farming-Plattform  vernetzt, verarbeitet und generiert Informationen. Dadurch vereinfacht sich der administrative Aufwand für   landwirtschaftliche Betriebe – dies fördert die Produktivität. Mit der Integration diverser Module, die   frei wählbar sind, soll ein vereinfachter Datenaustausch stattfinden.

Barto  ist eine als Webapplikation geplante Plattform mit diversen Bausteinen. Alle Organisationen rund um die Landwirtschaft wie Zuchtverbände  haben die Möglichkeit, den Bauern einen Baustein   anzubieten, über die Nutzung entscheidet der Bauer.   Ämter und Organisationen   können die Daten   nutzen, sofern sie freigegeben wurden. Aktionäre sind die    Identitas AG und die Agridea sowie Fenaco,   Swissherdbook, Braunvieh Schweiz, Holstein Switzerland, Mutterkuh Schweiz sowie Swissgenetics und die Schweizer Milchproduzenten. Mit der deutschen  Plattform 365FarmNet  hat   Barto eine   Kooperation.

 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE