10.01.2019 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Smart Farming
ADA und Barto noch im Aufbau
ADA und Barto wollen die Datenerfassung erleichtern. Barto zählt bereits 2400 Nutzer, alle Zuchtverbände sind im Boot. Das Startpotenzial für ADA wird auf 35'000 Produzenten geschätzt. Start ist im Frühling.

Zwei Projekte wollen den Schweizer Bauern helfen, den Bürokratieaufwand in Grenzen zu halten: der Agrar-Daten-Austausch (ADA) und Barto.  

Beitritte im Dezember

Beide gibt es nun seit einem Jahr – in diesem haben sich die beiden Systeme unterschiedlich entwickelt. «An Barto sind mittlerweile die Identitas AG, die Agridea, die Fenaco, Swissherdbook, Braunvieh Schweiz, Holstein Switzerland, Mutterkuh Schweiz, Swissgenetics und die Schweizer Milchproduzenten beteiligt. Die sieben Letztgenannten sind dem Aktionariat im Dezember beigetreten», zählt Jürg Guggisberg von der Barto AG auf. Seit der Gründung dabei sind die Agridea und die Identitas AG.

Laut Guggisberg zählt Barto schon 2400 Nutzer. «Die Produzenten können für das Login dieselben Zugangsdaten verwenden wie bei Agate.» Derzeit stehen zwei Module zur Auswahl. Das Modul «TVD Rinder» ermöglicht Bewegungsmeldungen an die TVD und zeigt den Tierbestand an. Es ist kostenlos. Das zweite Modul ist die Suisse Bilanz, sie kostet 43 Franken und wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft freigegeben. «In den nächsten Wochen bringt Barto mit dem Wiesen- und Auslaufjournal ein weiteres Modul», blickt Guggisberg voraus. «Es erlaubt das elektronische Führen der beiden Aufzeichnungsunterlagen. Dazu gehört eine App zur Erfassung der Einträge.»

Geklärt wurde bei Barto die Frage der Software. Und hier hat die Fenaco ihr Gewicht eingebracht. Barto geht eine Partnerschaft mit der Smart-Farming-Plattform 365FarmNet ein. Das Unternehmen ist eine Tochter des deutschen Landtechnik-Hersteller Claas. Die Fenaco wiederum ist über das Tochterunternehmen Serco Landtechnik AG Importeur von Claas für die Schweiz. Im Januar starten die Arbeiten für die Anpassung der Plattform an den Schweizer Markt.

Verfügbar ist die Plattform 365FarmNet derzeit in Deutschland, Frankreich, Polen und Österreich, in Kürze wird zudem auch Bulgarien integriert. Gemäss einem Bericht von der Zeitung «Die Welt» hat die Plattform rund 40'000 Nutzer. Im Geschäftsjahr 2017/2018 hat Claas rund 100 Millionen Euro und damit knapp die Hälfte seines Forschungsetats in die Entwicklung von Technik und Software für die Digitalisierung der Landwirtschaft investiert – dies Jahre nach der Lancierung.

Vorerst zurückgezogen

Bei ADA hingegen haben sich Bio Suisse und die TSM Treuhand vorerst zurückgezogen. «Das Projekt wird im Moment von der Agrosolution AG und der IP-Suisse getragen», bestätigt Jürg Läng von der Agrosolution. «Beim Start im Dezember 2017 waren auch Vertreter der Bio Suisse und der TSM dabei, diese warten noch zu, um zu einem späteren Zeitpunkt ins Projekt einzusteigen.» 

Ziel von ADA sei, dass vorhandene Daten nicht mehrfach erfasst werden müssen, erklärt Läng. «Das Projekt hat ein Startpotenzial von etwa 35'000 Produzenten», schätzt er. «Stand heute sind wir daran, vier produktive Applikationen anzubinden: Gelan (Kanton Bern), Aare Milch, IP-Suisse und Agrosolution AG. Der Datenaustausch sollte im Verlaufe des Frühlings 2019 in Betrieb genommen werden. Im Frühjahr werden wir die neuen Resultate des Projektes den interessierten Leuten wieder präsentieren.»

Das steckt dahinter

ADA (Agrar-Daten-Administration) dient zum Aufbau einer Datenschnittstelle, der es den teilnehmenden Organisationen und Dienstleistern ermöglicht, Daten auszutauschen. Ein Landwirt kann die Daten, die er bei der einen Organisation eingibt, automatisch auch der anderen zur Verfügung stellen. Die Daten gehören dem Bauer.

Barto ist eine als Webapplikation geplante Plattform mit diversen Bausteinen. Alle Organisationen rund um die Landwirtschaft wie Zuchtverbände haben die Möglichkeit, den Bauern einen Baustein anzubieten, über die Nutzung entscheidet der Bauer. Ämter und Organisationen können die Daten nutzen, sofern sie freigegeben wurden. sum

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