28.11.2019 12:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Energie
Alpine Solar-Grossanlage in Glarus
Der Energiekonzern Axpo plant in Glarus die erste alpine Solar-Grossanlage der Schweiz. Dazu sollen 6000 Photovoltaik-Module auf den Mauern eines Stausees montiert werden. Die Anlage soll vor allem im Winter die Stromknappheit vermindern. -> Mit Video

Als Standort ist die Muttsee-Staumauer des Pumpspeicherwerks Limmern vorgesehen. Die Axpo stellte das Projekt am Donnerstag den Medien vor. Rund die Hälfte des produzierten Stromes soll die 2-Megawatt-Anlage im Winter liefern - also in einer Jahreszeit, in der es tendenziell zu wenig Strom gibt. Bei einer vergleichbaren Anlage im Mittelland wäre es nur ein Viertel.

«Die Muttsee-Staumauer ist ausserordentlich gut für Photovoltaik geeignet», sagte Christoph Sutter, Leiter neue Energien bei Axpo. «Wir haben eine bestehende Infrastruktur, die über einen Netzanschluss verfügt und gegen Süden ausgerichtet und damit optimal besonnt ist», fuhr er fort.

Geplant ist eine Jahresproduktion von 2,7 Gigawattstunden. Dazu sollen die Photovoltaik-Module auf einer Fläche von 10'000 Quadratmeter errichtet werden. Die Anlage soll auf einer nebelfreien Höhe von 2500 Metern stehen. Bei Schneelage erhöht sich die Stromproduktion, da die Sonnenstrahlen zusätzlich vom Schnee reflektiert werden.

Die Schweiz verbraucht im Winter laut der Axpo deutlich mehr Strom, als sie produziert. Die Winterstromproblematik wird sich in den nächsten Jahren nach Ansicht des Energiekonzerns verschärfen, wenn Grossanlagen im In-und Ausland vom Netz gehen.

«Um einen wesentlichen Beitrag zu leisten, reicht die Anlage auf der Muttsee-Staumauer natürlich nicht. Man müsste weitere Standorte ausbauen, die nicht in Schutzgebieten liegen und bereits gut erschlossen sind. Dafür müssen allerdings auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen», sagte Andy Heiz, Leiter Produktion und Netze bei Axpo. Die Axpo sehe aber, dass man mit Photovoltaik grosse Mengen Strom produzieren könne.

Die Axpo reicht ihr Baugesuch in den nächsten Tagen ein. Ausserdem beantragt sie beim Bundesamt für Energie, das Grossprojekt in die Liste der Leuchtturmprojekte aufzunehmen.

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