8.04.2013 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Hanni Schild
Thurgau
Antrag gibt zu reden
Für Gesprächsstoff sorgte ein eingereichter Antrag. Dieser hinterfragt den Doppelrücktritt an der SMP-Spitze.

Während seiner Begrüssungsrede an der DV in Weinfelden der Thurgauer Milchproduzenten (TMP) unterliess es Ruedi Schnyder  nicht, Peter Gfeller und Albert Rösti für ihren grossen Einsatz im SMP zu danken, ihr Rücktritt sei für den Vorstand eine grosse Herausforderung. In einer Klausurtagung soll Ende April das weitere Vorgehen beraten werden. «Meiner Meinung nach soll die Organisation SMP der Zukunft ein Netzwerk zwischen Produzenten, Markt und Politik sein.»

Rücktritt gab zu reden

Zu reden gab ein Antrag von Godi Siegfried, Schmidrüti, Roland Werner, Wäldi, und anderen Mitunterzeichnenden, der nach geltenden Statuten (acht Wochen) zu spät eingereicht wurde. Der Doppelrücktritt an der SMP-Spitze werfe Fragen auf, die zwingend geklärt werden sollten, bevor  ein neuer Präsident gewählt werde. Unterschiedliche Auffassungen über Zielsetzungen und Aufgaben des Dachverbandes im neuen Umfeld seien nicht bereinigt worden.  

Es sei zwingend, diese Grundsatzdiskussion über die Aufgaben und Zielsetzungen der SMP im neuen Umfeld zu führen. Nach einigen Diskussionen wurde über einen Antrag abgestimmt. Er soll als Stimme aus dem Thurgau an die Delegiertenversammlung der SMP überbracht werden.

Mengenregulierung

Im Anschluss an die Versammlung zeigte Berthold Achler, Chefredaktor der Fachzeitschriften «Top Agrar» und «Landfreund», Situation und Prognosen für den europäischen Milchmarkt nach der Quotenaufhebung auf. Für viele Milcherzeuger stelle sich die Frage, wie weiter? Nach dem 1.April 2015 werde es definitiv keinerlei Form der Mengenregulierung geben, auch nicht für Molkereibetriebe. Ab diesem Datum gehe es in den freien Markt, und der entwickle sich weltweit positiv.

Deutsche Molkereien seien auf den Systemwechsel aber schlecht vorbereitet. So seien Holländer und Dänen mit besseren Unternehmensstrategien und Managern rund zehn Jahre im Vorsprung und gewännen Marktanteile. Das Molkereisterben gehe weiter und bedeute für die Bauern enorme Geldverluste. In Russland sieht Achler keine Gefahr einer überbordenden Land- und Milchwirtschaft, trotz gigantischer Versuche komme die Landwirtschaft nicht in Schwung.

Wahlen:  

Als Ersatz für den verstorbenen Ernst Felix wurde Stefan Looser, Biessenhofen, in den Vorstand gewählt.  Urs Schär, Eggethof, Reto Beerli, Opfershofen, und Ueli Keller, Leutmerken, sind die Thurgauer Vertreter bei den SMP.  Als 1. Revisor ersetzt Heinz Tanner, Buch, Werner Anderegg.

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