7.09.2020 11:55
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/hal/blu
Wirtschaft
Auch Käser wehren sich gegen Coop
Die Wettbewerbskommission (Weko) eröffnet eine Untersuchung gegen mehrere Gross- und Einzelhandelsunternehmen sowie den Zahlungsverkehranbieter Markant. Fromarte, der Dachverband der Schweizer Käsespezialisten, schliesst sich der Interessengemeinschaft «Zur Bekämpfung der Übertragung von Fakturierungskosten durch Coop» an.

Im Fokus des Verfahrens stehen laut Mitteilung der Weko mutmasslich wettbewerbsbeschränkende Massnahmen gegenüber Lieferanten von Gütern des täglichen Bedarfs. Verschiedene Gross- und Einzelhändler wickeln ihren Zahlungsverkehr über Markant ab.

Druck auf Lieferanten

Laut Weko vereinbarten Markant und mehrere angeschlossene Gross- und Einzelhändler mutmasslich gemeinsam Massnahmen, um die Lieferanten dazu anzuhalten, das Inkasso über Markant abzuwickeln. Als Grund für die Untersuchung nennt die Weko mutmassliche Absprachen zwischen den Detailhändlern und Markant. Lieferanten seien dazu angehalten worden, das Inkasso über Markant abzuwickeln. Die Rede ist dabei insbesondere von der Androhung von «kollektiven Auslistungen von Gütern des täglichen Bedarfs».

Will heissen: Falls die betroffenen Lieferanten nicht bereit sind, ihre Geschäfte über Markant abzuwickeln, fliegen ihre Produkte aus den Regalen. Die von den Lieferanten an Markant bezahlten Gebühren wurden dann laut Weko angeblich teilweise an die Gross- und Detailhändler ausbezahlt.

Höhere Gebühren für Lieferanten

Auch landwirtschaftliche Lieferanten hatten sich zuletzt gegen die Gebühren durch Markant zur Wehr gesetzt. So wurde eine bäuerliche IG gegründet, die sich gegen die Übertragung der Fakturierungskosten einsetzt. Am Freitag gab Fromarte, der Dachverband der gewerblichen Käsereien, den Beitritt zur «Bäuerlichen IG zur Bekämpfung der Übertragung von Fakturierungskosten durch Coop» bekannt. Auch für die Käseproduzenten würde die Geschäftsabwicklung über Markant höhere Gebühren bedeuten, so Fromarte in einer Mitteilung. 

«Das Problem aus Sicht der Produzenten: Diese neu entstehenden Gebühren dürfen scheinbar nicht mit höheren Einstandspreisen kompensiert werden. Auf Nachfrage eines Käsermeisters bei Coop teilte diese mit, dass sie nicht über Preiserhöhungen verhandeln wolle», heisst es in der Mitteilung von Fromarte. Einmal würden die Produzenten damit unter den Druck der Händler geraten.

Neben der Angelegenheit mit Coop und dem Zahlungsdienstleister Markant hatten jüngst auch andere Marktakteure gemäss Fromarte die Produzentenpreise unter Druck gesetzt.

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