6.07.2013 08:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Michael Wahl, LID
Food Waste
Auf den Teller statt in die Abfalltonne
Der grösste Teil der Lebensmittelverschwendung fällt in den Haushalten an. Dabei könnten die Verluste mit einfachen Mitteln reduziert werden. Etwa mit kreativem Verwerten von Essensresten. Wie das geht, zeigt Hauswirtschaftslehrerin Maya Mohler.

Gluschtig sehen sie aus, die Spaghetti-Omelette, die Brotknödel und der Brot-Auflauf mit Schinken und Spargel. Die Freude der rund zehn Kochkurs-Teilnehmer über die gelungenen Gerichte ist gross. Dabei haben sie weder trendige Rezepte von Fernsehköchen nachgekocht noch Zutaten vom anderen Ende der Welt verwendet, sondern lediglich das, was im Haushalt liegen geblieben ist: Essensreste.

Ein Drittel findet den Weg nicht auf den Teller

Nur allzu oft landen diese im Abfall. Insgesamt ein Drittel der Nahrungsmittel finden nie den Weg auf den Teller. 37 Prozent des "Food Waste" fallen in Haushalten an, weil zu viel eingekauft wird, Nahrungsmittel nicht richtig aufbewahrt werden oder weil zu viel gekocht wird.

Das muss nicht sein. "Oft fehlt es den Leuten an Ideen, was man aus Essensresten machen kann", erklärt Maya Mohler. Die Hauswirtschaftslehrerin, die am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach BL unterrichtet, bot deshalb kürzlich einen Kochkurs an: "Einfälle statt Abfälle". Mohler zeigte, wie man aus altem Brot knusprige Crostini zubereitet, was man aus nicht mehr knackig-frischem Gemüse machen kann und wie man Spaghetti vom Vortag in eine Omelette verwandeln kann.

"Mindestens haltbar bis" ist kein Wegwerfdatum

Nahrungsmittel würden oft im Abfall landen, weil die Leute einfach mal einkaufen würden, ohne genau zu wissen, was sie damit zubereitet wollen. Mohler rät deshalb, Menüpläne zu erstellen und bewusst einzukaufen. Lockvogelaktionen würden einen verführen, mehr zu kaufen, als man eigentlich braucht. Zurückhaltung empfiehlt Mohler auch bei 50-Prozent-Angeboten, diese seien nur sinnvoll, wenn sie unmittelbar verwendet werden können, denn sie erreichen schnell ihr Ablaufdatum.

Der Hinweis "Mindestens haltbar bis" sei kein Wegwerfdatum, so Mohler, sondern lediglich eine Empfehlung der Hersteller. Mit Ausnahme von heiklen Fleischprodukten sollten Lebensmittel immer probiert werden, bevor man sie wegwerfe. "Bei den meisten Produkten droht nicht gleich eine Lebensmittelvergiftung", so Mohler.

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