13.04.2018 09:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Bio Suisse
«Auf Marktbedürfnisse eingehen»
Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, äussert sich im Interview mit schweizerbauer.ch zum Erfolg von Bio Suisse und auch zu den Herausforderungen, die die Biobauern und -organisationen erwarten.

«Es freut mich natürlich sehr, dass der Markt wächst», sagt Bio Suisse-Präsident Urs Brändli im Interview mit schweizerbauer.ch. Noch mehr freut sich Brändli, dass auch mehr Bauern nach Knospe-Richtlinien produzieren. «Wir haben fast doppelt so viele Umsteller wie in den Vorjahren. Die Bauern reagieren», hält Brändli fest. Per Anfang 2018 haben sich 386 Betriebe dazu entschieden, auf Bio-Landbau umzustellen.

Denken umstellen

Wie reagiert Bio Suisse darauf, dass so viele Bauern umstellen? Bio Suisse habe das Ziel definiert, dass bis 2025 jeder vierte Bauer ein Biobauer sei, so Brändli. «Dies setzt bei den neuen Umstellern voraus, dass sie ihr Denken umstellen. Man kann nicht einfach nur drauf los produzieren wie in der Vergangenheit und die Milch einfach bei der Sammelstelle oder das Getreide bei der Mühle abgeben», macht Brändli klar. Man müsse sich viel mehr auf die Marktbedürfnisse eingehen. 

«Es ist ganz wichtig, dass sich neue Bio-Produzentinnen und Bio-Produzenten, neue Produzentengruppen in die bestehenden Wertschöpfungsketten, die gut funktionieren, einfügen und dort mitmachen. Denn das sorgt dafür, dass die Preise, die heute im Bio-Bereich gut sind, auch dort bleiben.»

Umsteller und Organisationen sollen sich austauschen

Auf Nachfrage präzisiert Brändli, dass bei fast sämtlichen Produktbereichen schon heute kleinere oder grössere Bio-Produzentenorganisationen bestünden. Die Umsteller werden aufgerufen, sich bei diesen Gruppierungen zu informieren, sich über Marktverhältnisse oder -bedürfnisse auszutauschen, oder idealerweise sich zu integrieren.

«Ich möchte aber klar festhalten, dass diese Integration nicht allein in der Verantwortung der Umsteller liegt. Diese Bio-Produzentenorganisationen sind auch angehalten, aktiv auf neue Biobetriebe zuzugehen und ihnen die Türe zu öffnen», hebt Brändli hervor.

Transparenz verhindert Preisdruck

Bio Suisse unterhält 9 Fachgruppen (Ackerkulturen, Fleisch, Eier, Gemüse, Kräuter, Milch, Obst, Wein und Zierpflanzen). «In diesen Fachgruppen werden sämtliche Aktualitäten in der entsprechend nötigen Kadenz erörtert und besprochen. Auf diese Weise schaffen wir Transparenz zwischen den Gruppen und den Regionen, oder wenn sinnvoll, auch zwischen den Produktgruppen», fährt Brändli fort. 

«Je besser die Biobetriebe wissen, was im Rest des Landes läuft, umso besser kann das Angebot aufeinander abgestimmt werden. So kann Preisdruck auf Grund von Überangeboten oder auf Grund von Panikverkäufen reduziert werden», erklärt der Bio Suisse-Präsident.

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