5.05.2015 16:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Ballenberg will «schlanker» in die Zukunft
Das Schweizerische Freliichtmuseum Ballenberg macht nach dem abrupten Abgang der Direktorin im vergangenen Jahr einen Neustart. Die Trägerstiftung gibt sich schlankere Strukturen und hat einen neuen Präsidenten gewählt.

Das oberste Organ der Stiftung, der heute 70-köpfige Stiftungsrat, hat sich am Dienstag selber entmachtet. Er stimmte an einer ausserordentlichen Sitzung seiner Verkleinerung auf minimal sieben und maximal dreizehn Mitglieder zu. Dies im Rahmen einer Statutenrevision.

Klarere Trennung von Operativem und Strategischem

Der kleinere Stiftungsrat soll professioneller und effizienter arbeiten als die heutigen Leitungsorgane der Stiftung, der Vorstand und der geschäftsführende Ausschuss. Diese beiden Organe werden abgeschafft. Die neuen Ballenberg-Statuten bringen auch eine klarere Trennung von Operativem und Strategischem. Ausdruck dafür ist, dass die aus der Gründerzeit der 1970-er Jahre stammenden Statuten von der Geschäftsordnung getrennt werden.

An der Versammlung stellte ein Stiftungsrat die Notwendigkeit der neuen Statuten in Frage - nur er stimmte aber gegen die von einer Arbeitsgruppe erarbeiteten neuen Regeln.

Flück ersetzt Christen

Neuer Präsident des Stiftungsrats wird der 58-jährige Berner Oberländer Peter Flück. Er wurde 2005 landesweit bekannt als Geminderatspräsident von Brienz, das damals von einem Unwetter schwer heimgesucht wurde. Er ist seit vielen Jahren bernischer Grossrat und führte die bernische FDP von Mitte 2010 bis Ende 2011. In dieser Zeit sass er auch rund ein Jahr lang im Nationalrat. Auf dem Ballenberg ersetzt Flück den früheren Waadtländer FDP-Nationalrat Yves Christen.

Beide machten am Dienstag deutlich, dass die Krise des vergangenen Jahrs mit dem unerwarteten Abgang von Direktorin Katrin Rieder und dem Hüst und Hott rund um finanzielle Forderungen an den Bund eine Erneuerung der Stiftung nötig machten. Das Vizepräsidium der Stiftung soll in absehbarer Zeit ein Romand übernehmen, doch hat sich bisher niemand finden lassen. Bis es soweit ist, bleibt Franz Brun auf diesem Posten. Der neue Ballenberg-Stiftungsrat wird laut Flück in nächster Zeit aus sieben Personen bestehen.

Neues Patronatskomitee

Die Ballenberg-Stiftung schafft mit den neuen Statuten auch ein neues Organ: Das Patronatskomitee. Es soll jene Rolle übernehmen, welche der schwerfällige Stiftungsrat heute wohl oder übel hat: Eine Lobby-Organisation fürs Museum mit Mitgliedern aus der ganzen Schweiz.

Der Ende Jahr abtretende Luzerner CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger wird dieses Patronatskomitee präsidieren. Keine Neuigkeiten gab es am Dienstag zum vakanten Direktionsposten: Flück wiederholte frühere Aussagen der Ballenberg-Stiftung, im Oktober werde die Nachfolge von Katrin Rieder gewählt.

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