7.08.2019 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Bauern Sie auch virtuell?
Gamen ist weit verbreitet. Auch Landwirtschaft kann virtuell betrieben werden. Der Landwirtschaftssimulator ist sehr erfolgreich. Das Spiel wurde bereits millionenfach verkauft. Bewirtschaften Sie auch einen virtuellen Bauernhof? Oder finden Sie Gamen uninteressant? Abstimmen und mitdiskutieren

2008 kam der Landwirtschafts-Simulator des Schweizer Software-Herstellers Giants auf dem Markt. Vor 11 Jahren war noch überhaupt nicht sicher, ob das Game reüssieren würde. Denn Simulatoren wie Sim City, Civilization oder Fussball Manager galten als Auslaufmodelle.

Erfolgsmodell

Die Sorge war unbegründet. Der Landwirtschafts-Simulator mauserte sich zum Erfolgsmodell. Das Game hat eine riesige Fangemeinde. Für Giants Software ein Grosserfolg. Die Ausgabe 2019 verkaufte sich innerhalb von 10 Tagen über eine 1 Million Mal. Das Spiel erreichte in den USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und weiteren Ländern die oberen Plätze der Software-Verkaufscharts. Nun hat das Game bereits die 2-Millionen-Marke überschritten. 

Sehr zufrieden zeigt man der Entwickler-Firma aus Zürich. ««Es ist unglaublich zu sehen, was die harte Arbeit des Teams hervorgebracht hat. Noch nie hat ein Landwirtschafts-Simulator-Spiel so schnell die Marke von einer Million erreicht. Wir sind stolz und glücklich, dass uns so viele Spieler auf dieser erstaunlichen Reise begleiten», liess sich CEO Christof Ammann Ende 2018 in einer Mitteilung zitieren.

Idee entstand 2004

Die Idee, das Game zu entwickeln, entstand 2004- Damals gab es ein Spiel mit dem Namen «SimTractor». Ein Freund von Giants Gründer Stefan Geiger wollte ein besseres Game entwickeln. «Da er aber mit der Aufgabe überfordert war, griffen wir ihm unter die Arme und so entstand schliesslich der erste «Landwirtschafts-Simulator», erklärte Thomas Frey, Mitinhaber und Creative Director, zu watson.ch.

Er führt den Erfolg des Games auf die treue Fangemeinschaft und auf den guten Ruf der Marke zurück. Zudem sei es gelungen, aus einer Nische ein Massenprodukt zu machen.  «Wenn EA sich entscheidet, ebenfalls einen Simulator zu entwickeln und mal eben 50 Millionen Franken investiert, dann müssten wir aufpassen», sagte Frey weiter. EA ist in der Branche beispielsweise durch viele Sport-Games wie FIFA oder NHL bekannt. 

Psychologe Benjamin Strobel führt gegenüber der Zeitung «Standard» einen weiteren Grund für den Erfolg des Spiels an: «In digitalen Spielen können wir uns gefahrlos ausprobieren und neue Rollen einnehmen. Die Komplexität und die Risiken des echten Lebens gelten dabei nicht. Wir können unsere Neugier, Träume und Wünsche im Spiel ausleben. Wenn uns das nicht gefällt oder etwas schiefgeht, müssen wir keine Konsequenzen fürchten. Das reduziert Spannung und Stress, denen wir im realen Arbeitsleben oft ausgesetzt sind.»

Spielprinzip

Der Spieler startet im Landwirtschafts-Simulator mit wenigen Traktoren und Geräten auf «seinem» virtuellen Bauernhof in einer Grundlandschaft. Er bearbeitet und bepflanzt die Felder und hält Tiere. Den Erlös aus Ernten und Tierprodukten investiert er laufend in neue Geräte um den Betrieb weiterzuentwickeln. Es bestehen verschiedene Schwierigkeitsgrade zudem ist es möglich, einen Betrieb gemeinsam mit einem anderen Spieler (online) zu bewirtschaften. Neben der Grundausstattung der Software, kann man mit Erweiterungen (Mods) neue Elemente – beispielsweise zusätzliche Geräte – einbringen. lid

Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft

Der Landwirtschaftssimulator 2019 enthält über 300 landwirtschaftliche Geräte – vom Traktor über Erntemaschinen bis zum Teleskoplader. Anhänger, Forstgeräte und Mähwerke fehlen  nicht. Alle Landmaschinen  stammen von echten Herstellern wie Fendt, Amazone, Fliegl, Kuhn, Lely, Lemken, Steyr, Sihl, John Deere, Massey Ferguson, Pöttinger, Joskin, Krone, Grimme und viele mehr.

Auf zwei grossen Spielumgebungen in Amerika und Europa übernimmt der Spieler die Rolle eines virtuellen Bauernhofs., Der Gamer bestellt auf seinem virtuellen Bauernhof die Felder, sät aus (14 verschieden Feldfrüchte), bringt Dünger und Kalk aus, beseitigt Unkraut und erntet. Die Ernte wird verkauft, eingelagert oder als Futtermittel eingesetzt.

Der Landwirtschafts-Simulator 19 gibt es als Version für den PC, die Playstation 4 sowie die Xbox One.

Soll Spiel bleiben

Nebst dem Ackerbau gehört auch die Viehzucht zum Spiel. Kühe, Hühner, Schweine und Pferde gilt es zu versorgen. Auch das Arbeiten im Wald ist Teil des Games. Jahreszeiten, neue Karten, Anhänger, Maschinen und vieles mehr werden seit Jahren von Fans geliefert und sorgen so für Langzeitmotivation auf dem Bauernhof, schreibt bild.de zum Spiel.

In der virtuellen LS-Landwirtschaft ist das Bauern allerdings einfacher als in Wirklichkeit. Es braucht vor allem weniger Geduld: Wenn das Zuckerrohr in der südamerikanischen Landschaft zu langsam wächst, dann kann man an der Uhr drehen, damit es schneller geht. Und auch schwere Kollisionen zwischen den Traktoren bleiben ohne Folgen. «Das Ganze soll ja immer noch ein Spiel bleiben», sagt Martin Rabl von GIANTS Software zum LID

Spielen Sie auch den Landwirtschafts-Simulator? Was fasziniert Sie daran? Oder können Sie mit einem virtuellen Bauernhof nichts anfangen? Mitdiskutieren und abstimmen

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