17.06.2018 15:35
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Milchmarkt
Bei Coop wird die Milch teurer
Der Coop-Chef Joos Sutter spricht mit der "SonntagsZeitung" über seine Pläne mit der Milch. Bauern, die Milch für konventionelle Milch von Coop liefern, müssen neue Anforderungen erfüllen. Dafür sollen sie einen Zuschlag erhalten.

Neue Standards für die Milch - Ab August wird bei Coop umgestellt. Neu müssen Bauern, die an Coop konventionelle Milch liefern, mindestens zwei Tierwohlkriterien aus den massgeblichen Bundesprogrammen befolgen. Regelässiger Auslauf der Tiere im Freien sei zwingend, berichtet die "SonntagsZeitung". 

Auch Coop merke, dass der Milchkonsum in der Schweiz immer mehr zurück gehe, heisst es im Artikel. Die Milch stehe derzeit nicht so hoch im Kurs, meint Coop-Chef Joos Sutter im Interview mit der "SonntagsZeitung". Doch das werde sich wieder ändern. Die Genossenschaft will die Produktionsstandards erhöhen. Ende Jahr solle es in den Coop-Regalen bereits keine herkömmliche Pastmilch mehr geben. Das heisst konkret, dass Coop den Tierwohl-Standard für konventionelle Past-Konsummilch, später auch UHT, stark anhebt. Zusammen machen diese Produkte 60 Prozent des aktuellen Milchsortiments aus. 

Nebst Raus müssen Milchbauern zusätzlich die Kriterien BTS, besonders tierfreundliche Stallhaltung, und/oder GMF (graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) erfüllen. Wo bis anhin für die Produzenten dieser Produkte keine speziellen Anforderungen galten, müssen nun deren Kühe regelmässigen Auslauf im Freien erhalten. Erst wer zusätzlich einen weiteren Tierwohlstandard des Bundes erfülle, werde mit einem Plus von vier bis sechs Rappen pro Liter Milch belohnt, fährt der Coop-Chef fort. 

Auch die Milch der Tiefpreislinie Prix Garantie werde auf den neuen Standard gehoben, erklärt Sutter weiter. Mit der Umstellung werde die Pastmilch für den Konsumenten fünf Rappen teurer. "Trotz unternehmerischem Risiko werden die Kunden den Mehrwert schätzen", ist er überzeugt. Da die Umstellung auf die neuen Anforderungen nicht so aufwendig seien wie für bestehende Labels wie Bio oder Heumilch, würden die Landwirte motiviert auf die Neuerung reagieren, glaubt Sutter. Zudem bleibe den Bauern mehr Gewinn. Klar ist: Wer die Kriterien nicht erfüllen wird, darf die Milchverarbeiter von Coop künftig nicht weiter beliefern. 

Konkurrentin Migros plant Ähnliches. Auch ihre Milch-Lieferanten müssen neue Anforderungen erfüllen, wofür diese einen Zuschlag erhalten sollen. Die Höhe ist noch unbekannt. Im Laden wird die Milch im Gegensatz zu Coop aber nicht teurer.

 

 

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