24.03.2014 17:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Cannabis
Bergbauern sollen Kiffer mit Cannabis versorgen
Ein Experte wartet mit einem überraschendem Konzept auf. Schweizer Bergbauern sollen Cannabis-Konsumenten mit jährlich 100 Tonnen im Wert von einer Milliarde Frankem versorgen. Für die Betriebe sollen bis zu 30‘000 Franken herausschauen. Der Bauernverband zeigt sich neugierig. Was halten Sie von dieser Idee, liebe Leserinnen und Leser? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Schätzungsweise eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer rauchen Cannabis. Bisher bezogen sie ihre Ware über verdeckte Kanäle. Zudem stellt die Polizei eine Zunahme von ausländischen Banden fest, die sich im margenträchtigen und illegalen Markt tummeln.

In Teilen der USA legalisiert

Noch vor 10 Jahren waren die meisten Produzenten wie in „KMU organisiert“. Heute wird in Lagerhallen und Hinterzimmern produziert, schreibt die „Sonntagszeitung“ in ihrer jüngsten Ausgabe. Das Institut für Rechtmedizin der Uni Bern hat bei Proben festgestellt, dass dieses Cannabis Pestizide enthält. Dies kann stark gesundheitsschädigende Auswirkungen haben.

In verschiedenen Ländern, darunter Uruguay und mehrere US-Bundesstaaten, wurde der Cannabiskonsum und der Anbau legalisiert. Auch einige Schweizer Städte wie Genf, Basel, Zürich und Bern arbeiten an Regulierungskonzepten. Der ehemalige Drogenbeauftragte des Kantons Basel-Stadt, Thomas Kessler, bringt ein neuen Vorschlag ein. Das Konzept will den Konsum und den Anbau von Cannabis in der Schweiz legalisieren. Gemäss der „Sonntagszeitung“ sollen Schweizer Bergbauern im Auftrag des Staates jährlich 100 Tonnen Cannabis anbauen.

SBV zeigt Interesse


Für den Staat wie auch für die Bauern soll sich der Anbau lohnen. Das Marktvolumen wird auf 1 Milliarde Franken geschätzt. Davon würden 850 Millionen Franken an den Staat zurückfliessen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen der AHV zugeführt und in die Prävention investiert werden. Gemäss den Berechnungen von Kessler soll für die einzelnen Betriebe jährlich bis zu 30‘000 Franken herausschauen.

Der Vorschlag weckt auch das Interesse des Schweizer Bauernverbandes (SBV). Falls eine gesetzliche Grundlage geschaffen würde, würden sich genügend interessierte Bauernbetriebe finden, sagte Thomas Jäggi vom SBV.

Noch ein langer Weg

Bis es soweit ist (wenn überhaupt), dürfte es noch noch einige Zeit dauern. Laut Toni Berthel, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen (EKDF), dienen die Konzepte der Kommission dazu, Informationsgrundlagen zu schaffen, «falls die Bundesverwaltung oder Bundesrat mit Fragen an uns herantreten». Zum ersten Mal seit der Ablehnung der Legalisierungsinitiative im Jahre 2008 rückt aber das Thema wieder aufs nationale Parkett.

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