9.07.2014 16:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Berggebiet
Berggebiete bluten aus
Die entlegeneren Schweizer Berggebieten entvölkern sich zugunsten ländlicher Zentren im Einzugsbereich der grossen Agglomerationen. Hinzu kommt in den periphereren Gebieten eine Überalterung der Wohnbevölkerung. Im Calancatal etwa ist die Hälfte der Einwohner im Rentenalter.

Das stellt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie fest. In den Berggebieten und den ländlichen Räumen wuchs die Bevölkerung zwischen 2010 und 2012 um 1,08 Prozent und damit leicht schneller als im gesamten Land (1,07 Prozent).

Verwaldung nimmt zu

Doch dieses Bevölkerungswachstum verlief nicht gleichmässig. Besonders zulegen konnten die sogenannten periurbanen Regionen im Einzugsgebiet der Agglomerationen. Das war etwa der Fall in Regionen wie Bulle FR, Aigle VD oder im Unterwallis.

Entlegenere Regionen sahen sich hingegen mit einer Stagnation oder gar einem Schwund der Bevölkerung konfrontiert. Beispielhaft zeigt sich das gemäss SAB im Oberwallis. Dort konzentriert sich die Bevölkerung zunehmend auf den Raum Brig-Visp-Naters. Gleichzeitig entvölkern sich die umliegenden Bergdörfer.

Dadurch wird in den Konzentrationsräumen der Wohnraum knapp und die Mieten steigen. In den Bergdörfern hingegen stehen Häuser leer. Gleichzeitig überwuchert etwa der Wald die nicht mehr genutzten Flächen in den Bergen.

Verkehrsanbindung zentral

Aufgrund dieser Entwicklungen fordert die SAB eine angepasste Regionalentwicklung. Für die peripheren Regionen verlangt die Organisation ein Entwicklungsprogramm. Wichtig ist aber auch eine optimale Ausstattung mit Angeboten des Service Public, unter anderem mit Breitbandinternet. Diese komme in der Schweiz immer noch zu langsam voran, moniert die SAB.

Zudem darf der öffentliche Regionalverkehr nicht mehr weiter abgebaut werden. Nur so können die Berggemeinden von der Entwicklung der regionalen Zentren profitieren. Auch einer Erhöhung des Benzinpreises erteilt die SAB darum eine Absage.

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