7.04.2015 10:52
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Milchmarkt
BIG-M kritisiert SRF
Auf Anfang April wurde in der EU die Milchquote abgeschafft. Die Schweizer Milchbauernorganisation BIG-M kritisiert, wie das Thema in den Medien behandelt worden ist.

"Die Zeitungs- und Fernsehberichte über die Abschaffung der Milchquoten ist ein Lehrstück über moderne Medienberichterstattung", betont BIG-M. In den Beiträgen – unter anderem des Schweizer Fernsehens – seien immer nur die direkt Betroffenen und deren wirtschaftliche Konsequenzen im Fokus gestanden, schreibt BIG-M. Nach Ansicht der Organisation wären die Konsumenten aber auf viel umfassendere Informationen angewiesen.

Etwa über die Importe von Kraftfutter bei Vergrösserung eines Betriebs oder die Löhne auf Grossbetrieben sowie grundsätzlich die möglichen Folgen der industriellen Nahrungsmittelproduktion. BIG-M will nun klären, ob es Versehen oder Absicht ist, dass diese Fragen in den Berichten nicht gestellt werden.

BIG-M schlägt den Bogen auch in die Schweiz: "Sind die 0,25% der Schweizer Bevölkerung, welche noch Kühe melken, wirklich so wichtig, dass man über deren Probleme fast jede Woche berichten kann?." Für BIG-M lautet die Antwort klar nein. Die Milchwirtschaft gehe aber die ganze Gesellschaft etwas an, denn alle Menschen benötigten täglich zu essen. Die Schweizer Bevölkerung trage die Konsequenzen einer falschen Agrarpolitik mit. Das Schicksal des einzelnen Bauern sei im Hintergrund, so BIG-M. 

BIG-M gibt den Journalisten auch einen Leitfaden, welche Fragen diesen stellen sollten. "Ist es Mutlosigkeit oder gar Feigheit, wenn ein Bauer sagt, er wolle seinen Kuhbestand nicht vergrössern? Wenn ein Bauer seinen Viehbestand nun verdoppelt, woher nimmt er das Futter für diese Tiere? Muss er zukaufen, oder kann er das zusätzliche Futter mit intensiverer Düngung selber produzieren? Und wohin geht er mit dem zusätzlich anfallenden Mist und der Gülle?."

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