18.12.2014 14:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
BIG-M: Preiszerfall bei Milch bedroht tausende Betriebe
Die bäuerliche IG für Milchmarktkampf (BIG-M) warnt, tausende von bäuerlichen Milchwirtschaftsbetrieben seien wegen der sinkenden Milchpreise bedroht. Das sei das Resultat einer «falschen Milchpolitik», kritisiert BIG-M.

Die Tatsache, dass erneut zuviel Milch auf dem Markt sei, habe an der Jahresversammlung am Mittwoch in Hohenrain LU viel zu reden gegeben, teilte BIG-M am Donnerstag mit. Die Milchmarkt-Interessengruppe bemängelt, die Branchenorganisation Milch (BOM) habe noch immer keine Lösung, wie sich das Angebot nach der vorhandenen Nachfrage richten kann.

Teure SMP-Lösung

In einer Resolution ruft BIG-M die Branchenorganisation daher dazu auf, verschiedene Massnahmen umzusetzen. Die Forderungen betreffen insbesondere die sogenannte C-Milch. Diese wird direkt auf den Weltmarkt gebracht - zu entsprechend bescheidenem Preis. BIG-M verlangt unter anderem, dass die Lieferung von C-Milch freiwillig sein müsse und dass Produzenten, welche keine C-Milch liefern, nicht mit Lieferrechtskürzungen bestraft werden dürfen. Auch müsse der Preis für die C-Milch zwingend monatlich vor Lieferbeginn bekannt sein.

Überschüsse auf dem Weltmarkt zu entsorgen sei keine Lösung für den Schweizer Milchmarkt, hält die BIG-M fest. Diese zerstörten Wertschöpfung, zudem seien grosse Butterlager immer ein Argument, den Milchpreis zu drücken. Dass nun die Schweizer Milchproduzenten (SMP) mit ihrem eigenen Geld den Butterberg auf dem Weltmarkt entsorgen, ist für BIG-M nachvollziehbar. "Das ist aber weder eine Qualitätsstrategie noch eine nachhaltige Lösung", heisst es unmissverständlich im Schreiben von BIG-M. Diese Variante sei sehr teuer, zudem würden Dumpingexporte die Existenz der Produzenten in den Exportländern zerstören.

Alle Produzenten müssen mithelfen

Das Milchüberangebot und der damit einsetzende Milchpreiszerfall bedroht tausende von bäuerlichen Milchwirtschaftsbetrieben. "Dies ist das Resultat einer falschen Milchpolitik", so das Fazit von BIG-M. Die Produzenten können gemäss der Organisation ihre Eigenverantwortung nicht wahrnehmen. Obwohl seit dem Ende der Kontigentierung über 4'000 Bauern ihre Produktion aufgegeben hätten, ist der Markt nicht ins Gleichgewicht gekommen. Die Mengen wurden von anderen Produzenten übernommen. "Nur mengenwirksame, von allen Produzenten gemeinsam umgesetzte Massnahmen können das Problem lösen", so BIG-M.

Die Richtpreise für C-Milch sind in den letzten Monaten gesunken: Im Dezember lag gemäss Angaben der BOM dieser bei 24,2 Rappen pro Kilogramm. Im Januar waren es noch 43,8 Rappen gewesen. Bei der A-Milch liegt der Richtpreis im Dezember noch bei bei 71,0 Rappen pro Kilogramm, auf Januar 2015 wird dieser um 3 auf 68 Rappen gesenkt.

BIG-M fordert folgende Massnahmen

1) Zwischen dem Produzenten und dem Milchkäufer muss obligatorisch ein Milchkaufvertrag vorhanden sein. In diesem Milchkaufvertrag müssen die monatlichen Liefermengen festgesetzt werden.

2) Die Segmentierung in A-, B- und C - Milch muss monatlich vor Lieferbeginn mitgeteilt werden. Der Preis für die C - Milch muss dabei zwingend bekannt sein.

3) Die Lieferung von C - Milch muss freiwillig sein.

4) Produzenten , welche keine C - Milch liefern, dürfen nicht mit Lieferrechtskürzungen bestraft werden.

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