31.12.2014 07:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sal/blu
Milchmarkt
BIG-M sieht Grossverteiler in der Pflicht
Das Jahr 2014 werde den Bauern zwiespältig in Erinnerung bleiben, schreibt die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M.

«Für uns Milchbauern einschneidend ist sicher die Abschaffung der Tier- und Flächenbeiträge. Diese wegfallenden Beträge sind für  spezialisierte Milchviehbetriebe unmöglich zu kompensieren, ohne dass der Tierbestand abgebaut und die Produktion extensiviert wird», heisst es. Dazu hätten die Milchbauern nun auch noch einen Verlust von Milchgeld zu verkraften.

Das Jahr 2015 sei ein entscheidendes Jahr. "Die Vorzeichen des Europäischen Milchmarktes stehen nicht gut. Nebst dem Auslaufen der Quote, was zu einer unkontrollierbaren Ausdehnung der Menge führt, sind die Exporteure mit der Tatsache konfrontiert, dass neben der Russslandkrise die erhoffte Nachfrage in China schwächelt", macht BIG-M deutlich. 

Der angekündigte Exportboom sei eine Fata Morgana, heisst es weiter. Die unverkäuflichen Überschüsse würden jetzt zweifellos in neue Absatzkanäle fliessen und andere Märkte bedrängen. Angesichts des Endes der EU-Milchquoten wirke BIG-M auch in Brüssel darauf hin, dass die Einsicht komme, dass Leitplanken für den Milchmarkt unabdingbar seien. "Beim neuen Agrarkommissär Phil Hogan ist in dieser Hinsicht bis jetzt noch kein Ansatz auszumachen", schreibt BIG-M. 

2015 würden die Grossverteiler beweisen müssen, wie viel ihr Bekenntnis zur inländischen Produktion wirklich noch wert sei. Ein Zusammenbruch der Milchpreise in der EU werde das hiesige Segmentierungssystem erneut herausfordern. Eigentlich sollte die Segmentierung sicherstellen, dass der Milchpreis für das geschützte Inlandsegment stabil bleibt. "Das Fehlen von Milchkaufverträgen und die intransparente Umsetzung ermöglicht, dass tieferpreisige B- und C-Milch ins obere A Segment hineindrückt und diesen Preis so auch "von innen" unter Druck bringt", mahnt BIG-M. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE