13.01.2014 18:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Milchmarkt
Big-M übt scharfe Kritik an Coop und Migros
Die Milchbauern-Organisation BIG-M kritisiert die Detailhändler Coop und Migros für die Preiserhöhung von Molkereiprodukten im Laden. Dabei hätten sie sich einer Erhöhung des Produzentenpreises für Milch um drei Rappen pro Kilo widersetzt. Coop spricht in seinem Magazin hingegen von «Verständnis für die wirtschaftlich unter Druck stehenden Milchproduzenten».

Beide Grossverteiler würden bei jeder Gelegenheit betonen, dass sie Partner der Schweizer Landwirtschaft seien, schreibt BIG-M im aktuellen Newsletter. Coop etwa schreibe im Coop-Magazin vom 6. Januar, dass eine geringfügige Preiserhöhung einiger Milchprodukte deshalb erfolge, weil das Unternehmen Verständnis für die wirtschaftlich unter Druck stehenden Milchproduzenten zeige. Der Basler Detailhändler unterschlage jedoch den Konsumenten, dass sich der Vorstand der BOM "einmal mehr" nicht auf eine Milchpreiserhöhung einigen konnte.

Coop und Migros hätten sich in der Branchenorganisation Milch (BOM) einer Richtpreiserhöhung um drei Rappen pro Kilo Milch widersetzt, schreibt BIG-M. Die Organisation kritisiert zudem, dass der Konsumentenpreis für Milch derzeit auf demselben Niveau wie vor zehn Jahren liegt, der Milchpreis für die Bauern hingegen um zehn Rappen tiefer ausfällt als damals. Die Detailändler hätten nur ihre Marge aufgebessert, moniert Big-M. Noch deutlicher sei es bei teilentrahmter Milch. Diese werde zum selben Preis angeboten wie die Vollmilch. Hier "sahne" der Verarbeiter noch mindestens 11 Rappen für den Rahm ab.

Big-M möchte, dass sämtliche Akteure der Wertschöpfungskette an der Milch verdienen können. Für die Detailhändler könne die jetzige Situation zu einem Bumerang werden. Die rückläufige Anzahl Milchkühe und der Ausstieg grosser Betriebe aus der Produktion sei ein Alarmsignal.

BIG-M schlägt Coop und Migros deshalb die Einführung von "Faire Milch" vor. Nur diese garantiere, dass die Bauern einen kostendeckenden Milchpreis erhalten, hebt Big-M hervor. Das Konzept werde bereits in mehreren europäischen Ländern erfolgreich umgesetzt. Big-M begründet ihre Idee mit dem Argument, dass Millionen von Konsumenten bereit seien, für das Naturprodukt Milch soviel zu bezahlen, "dass der Bauer seine Rechnungen mit dem Milchgeld bezahlen kann."

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