28.03.2015 06:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Pamela Fehrenbach
Ausbildung
Bildung Bäuerin unter Druck
Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz ändert der Bund die Finanzierung der Berufs- und höheren Fachprüfungen. Geld gibt es erst bei Zulassung zur Prüfung. Dies stellt die Bäuerinnenausbildung vor Herausforderungen.

Geringe Absolventinnenzahlen, häufiger Unterricht in Halbklassen und die vielen Prüfungslektionen machen die Vorbereitungskurse zur Berufsprüfung Bäuerin teuer. Das zeigen Zahlen der Erziehungsdirektion des Kantons Bern.

Bisher Pauschalbeträge

Die Umsetzung nach dem neuen Finanzierungssystem für die höhere Berufsbildung wird deshalb auf den ersten Blick als schwierig erachtet, zumal je nach Kanton nur 30 bis 40 Prozent der Absolventinnen die Vorbereitungskurse mit der Berufsprüfung abschliessen. Nach dem Gesetzesentwurf, der noch bis am 21. April in der Vernehmlassung ist, kann der Bund Personen, die zur Prüfung zugelassen sind, direkt unterstützen. Wer nur einzelne Module besucht und die Berufsprüfung nicht absolvieren will, kann aber so nicht mehr von den gleichen Tarifen profitieren.

Im bisherigen System unterstützte der Bund die Kantone mit Pauschalbeträgen, die die Kantone im Rahmen der FSV (Interkantonale Fachschulvereinbarung) an ausgewählte Anbieter weitergegeben haben. Im geplanten neuen System will der Bund Absolventinnen direkt unterstützen, sobald sie zur Prüfung zugelassen sind. Zusätzlich können die Kantone  einzelne Ausbildungsanbieter bei Bedarf weiterhin mit Pauschalbeiträgen  finanzieren.

Keine qualitativen Abstriche machen

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV begrüsse, dass die berufliche höhere Berufsbildung mit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes einen höheren Stellenwert erhalte, sagt Jeanette Zürcher-Egloff, Bildungsverantwortliche vom SBLV: «Die Kann-Formulierung bei den Beiträgen durch den Kanton bedauern wir hingegen.» Angesprochen auf die hohen Kosten und die geringen Abschlusszahlen, meint sie: «Die Zulassung an die Prüfung ist an eine mindestens zweijährige bäuerlich-hauswirtschaftliche Praxis gekoppelt. Diesen Anforderungen genügen nicht alle Teilnehmerinnen, die Module werden ja auch für die persönliche Weiterbildung genutzt.»   

Qualitativ dürften keine Abstriche gemacht werden, betont sie. Die finanziellen Herausforderungen für die Schulen lägen aber auf der Hand. Die hohen Kosten bestünden auch in den anderen Landwirtschaftsberufen, betont Martin Schmutz, Leiter Agriprof beim Bauernverband und Sekretär der OdA AgriAliForm (Organisation der Arbeitswelt  Berufsfeld Landwirtschaft). «Landwirtschaftliche Ausbildungen können nicht in Hörsälen durchgeführt werden. Es braucht zwingend die Integration der Praxis.»

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