19.02.2018 08:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
«Bio» muss regionaler werden
Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, hat die Biobranche aufgefordert, dem Wunsch der Konsumenten nach regionalen Lebensmitteln Rechnung zu tragen und die hohen Importanteile bei typisch einheimischen Produkten wie Getreide, Fleisch und Milch zurückzufahren.

Wie er am vergangenen Mittwoch  anlässlich der Eröffnung der Fachmesse Biofach in Nürnberg erklärte, könnte dadurch umstellungsinteressierten Landwirten eine nachhaltig sichere Perspektive im Biolandbau geboten werden. Laut dem aktuellen DBV-Konjunkturbarometer interessierten sich rund 15% der Betriebe für eine Umstellung. 

Die Absatzaussichten für Biorohware sind laut Krüsken derzeit vor allem im Ackerbau gut. Die pflanzliche Erzeugung stelle im Biolandbau rund die Hälfte der Erlöse. Davon entfielen nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) allein 26% auf Obst, Gemüse und Kartoffeln. Potential für eine Regionalisierung bieten nach Ansicht des DBV-Generalsekretärs auch die etwa 30% der deutschen Biomilchnachfrage, die derzeit durch Einfuhren aus Österreich und Dänemark gedeckt werden. 

Aufgrund des starken Importdrucks hätten die deutschen Biomolkereien bereits im vergangenen Jahr kaum noch neue Lieferanten aufgenommen. Wie Krüsken rückblickend erklärte, wuchs seit 2014 vor allem die Zahl der Biomilcherzeuger in Deutschland, und zwar in den vergangenen zwei Jahren angesichts guter Erzeugerpreise jeweils um fast 10%. In der Folge sei die Biomilchproduktion bis heute um rund 30% gestiegen,
so dass der deutsche Markt nun vorläufig als gesättigt gelte.

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