6.03.2019 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Bio-Offensive geht in Verlängerung
Der Kanton Bern hat 2016 die «Bio-Offensive» lanciert. Seit dem Start im Frühling 2016 haben 222 Betriebe auf Bio-Produktion umgestellt. Die eigentlich bis 2020 befristete Aktion wird nun verlängert.

Das dürfte im Sinn des Berner Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP) sein. Auf den 1. Januar 2019 haben auf dem gesamten Kantonsgebiet 57 Betriebe auf biologische Bewirtschaftung umgestellt.

Mit Bio Wertschöpfung steigern


Die Berner Bio-Offensive 2020 will den Biolandbau fördern. Zielvorgabe: 50 neue Bio-Betriebe pro Jahr sollen die bewirtschaftete Ackerfläche und die Fläche der Spezialkulturen bis 2020 um 2000 Hektaren ansteigen lassen. Die Ziele bei der Umstellung wurden in den vergangenen drei Jahren erreicht. Die biologisch bewirtschaftete Ackerfläche konnte bis Ende 2018 um 1537 Hektare erhöht werden. Insgesamt haben in der Zeitspanne 222 Betriebe umgestellt.

Doch der Berner Oberländer gibt sich mit dem Erreichten nicht zufrieden: «Trotz Bio-Offensive entwickelt sich die bernische Bio-Produktion nur durchschnittlich.» Deshalb geht die «Bio-Offensive» in Verlängerung. Mit neuen Massnahmen soll bis 2025 soll der Bio-Produktion gefördert werden. Die Bio-Offensive ist als Projekt in den neuen Richtlinien der Regierungspolitik aufgeführt. «Wir wollen der Berner Landwirtschaft mittelfristig einen bedeutenderen Anteil im Biomarkt sichern, um die Wertschöpfung zu steigern», lässt sich Ammann in der Mitteilung zitieren.

Trägerschaft

Die Bio-Offensive der Volkswirtschaftsdirektion hat eine breite Trägerschaft, bestehend aus dem Amt für Landwirtschaft und Natur, den Bärner Bio Bure, dem Berner Bauern-Verband, Bio Suisse und der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL).

Nicht nur eitel Sonnenschein

Dem Absatz von Bioprodukten sind aber Grenzen gesetzt. Zwar hat Coop, der mit Abstand am meisten Schweizer Bioprodukte absetzt, 2018 den Umsatz dank dem 25-Jahre-Jubiläum um 17 Prozent auf 1.3 Mrd. Franken steigern können. Man wolle nicht in jede einzelne Nische, wie beispielsweise Goji-Beeren, vorstossen, sagte Coop-Vize-Chef Philipp Wyss Mitte Februar 2019 zu schweizerbauer.ch. «Erst in 36 Prozent der Coop-Warenkörbe liegt durchschnittlich ein Knospe-Produkt. Unser Ziel ist es nun, dass bei immer mehr Einkäufen auch Bioprodukte im Einkaufskorb landen», so Wyss. Aber auch in den kommenden 25 Jahren wird der konventionelle Teil immer noch hohe Anteile halten, sagte Wyss vor einem Jahr zu schweizerbauer.ch. 

Doch die Kunden achten auf immer mehr auf den Preis. Deshalb investiert die Detailhändlerin in die Günstig-Linie «Prix Garantie». Bis Ende Jahr soll das Sortiment um 100 auf insgesamt 600 Artikel erweitert werden. Darunter fallen auch Artikel wie ein Entrecôte oder Hackfleisch. Die Preisoffensive wird die Basler Detailhändlerin einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Sollte Bio Suisse tatsächlich die Knopse an Aldi und Lidl vergeben, hätte dies für die Produzenten Folgen. «Ich unterstütze jede Initiative, die den Biomarkt weiterbringt. Klar ist aber auch, dass es Druck auf die Produzentenpreise geben wird», machte Wyss gegenüber schweizerbauer.ch unmissverständlich klar.

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