10.04.2013 09:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Biomarkt
Bio Suisse wehrt sich gegen Ritters Schelte
In der jüngsten Ausgabe der „NZZ am Sonntag“ forderte Bauernverbandspräsident Markus Ritter, dass die Bio Suisse strengere Regeln bei Importprodukten einführen müsste. Bio Suisse wehrt sich gegen den Vorwurf. Bereits heute gälten für in- wie ausländische Erzeugnisse mit der Knospe die gleichen.

„Die Auszeichnung von ausländischen Bioprodukten mit den Regeln der Knospe ist nur vertretbar, wenn die Erzeugnisse auch wirklich die Schweizer Normen vollumfänglichen erfüllen“, sagte Bauernverbandspräsident und Biobauer Markus Ritter gegenüber der „NZZ am Sonntag“. Dies löst bei Bio Suisse Erstaunen aus. „Ausländische Bioprodukte mit der Knospe müssen bereits heute dieselben Normen erfüllen wie die schweizerischen“, sagt Stephan Jaun, Leiter Kommunikation von Bio Suisse, gegenüber „schweizerbauer.ch“.

Importe als sinnvolle Ergänzung

Ausländische Betriebe, welche nach den Bio Suisse-Richtlinien produzierten, würden kontrolliert, zertifiziert sowie stichprobenweise von Bio Suisse vor Ort kontrolliert. Zudem müssten alle Knospe-Importe zuerst von Bio Suisse bewilligt werden. „Wir schützen so die Schweizer Biobauern vor Öko- und Sozialdumping aus dem Ausland, und den hiesigen Konsumenten garantieren wir eine hohe Bioqualität. Importprodukte werden so zu einer sinnvollen Ergänzung des Schweizer Angebots“, fährt er fort.

Mit der Vergabe der Import-Knospe könnten die Biobauern zumindest bei den Knospe-Produkten kontrollieren, welche Produkte in die Schweiz eingeführt würden. Dass die Schweizer Biobauern so an Glaubwürdigkeit verlieren würden, stimme somit nicht, erklärt er "schweizerbauer.ch".

Importe ohne Knospe-Auszeichnung liegen nicht in der Verantwortung von Bio Suisse

Über Bioprodukte, die nicht mit der Knospe, aber zum Beispiel mit dem EU-Biosiegel ausgezeichnet seien und importiert würden, habe Bio Suisse keine Kontrolle „Weder punkto Qualität noch punkto Quantität der Importe. Für solche Produkte sind alleine die ausländischen Produzenten, Kontrollstellen sowie die importierenden Schweizer Detailhändler und Verarbeiter verantwortlich“, hebt er hervor. Jaun nimmt damit insbesondere auch den Zürcher Grossverteiler Migros ins Visier.

Das von Ritter angesprochene Äkquivalenzprinzip, wonach die Schweiz nur einen beschränkten Einfluss auf die Bioregelung anderer Staaten habe – Jaun nennt als Beispiel die EU -  – betreffe nur den gesetztlich geregelten Biostandard. Darüber hinausgehende privatrechtliche Label wie Knospe oder Demeter seien davon nicht betroffen.

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