20.02.2020 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Lebensmittel
«Bio wäre eigentlich günstiger»
Biobäuerin Regina Fuhrer aus Burgistein BE lehnt es ab, dass sich die Politik hinter dem Markt versteckt, indem sie darauf verweist, dass nicht mehr Leute Bio-Produkte kaufen wollen. Sie sagt auch, dass Bio-Produkte bei funktionierender Kostenwahrheit im Preis günstiger wären als konventionell hergestellte.

Biobäuerin Regina Fuhrer ist eine der Personen, die am Dienstag im Rahmen der geplanten Demonstration des Bündnisses «Landwirtschaft mit Zukunft» vor die Medien getreten sind. Der «Schweizer Bauer» verwies in der Fragerunde darauf, dass heute der Biomarktanteil nur bei 10% liege, obwohl Bio und andere Mehrwertprodukte in aller Munde sei und fast überall solche Produkte erhältlich seien. 

Nicht mehr nur auf Markt verlassen

Fuhrer erwiderte: «In Bezug auf Umwelt und Klima ist der Handlungsbedarf in der Land- und Ernährungswirtschaft mittlerweile so gross, dass nicht mehr nur auf die Marktnachfrage geschaut werden kann. Für eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Landwirtschaft dürfen wir uns nicht mehr nur auf den Markt verlassen und uns hinter der Marktnachfrage verstecken in dem Sinne, dass wir sagen, wir müssen warten, bis mehr Konsumenten Bio-Produkte kaufen.» 

Kostenwahrheit sei nötig

In den Augen von Fuhrer ist die Politik gefordert. Sie zählte auf, was nötig sei: «Mehr staatliche Ab- und Anreize, z. B. Lenkungsabgaben auf Pestizide, importierte Futtermittel und Mineralöldünger, aber auch eine konsequente CO2-Besteuerung sowohl auf inländische wie auch auf importierte Produkte sind langfristig unumgänglich.» Das Direktzahlungssytem müsse unbedingt eine umweltfreundliche Landwirtschaft unterstützen.

Auf die Frage des «Schweizer Bauer», wie der Konsum gesteuert werden solle, erwähnte sie das Prinzip der Kostenwahrheit, das auf politischem Weg erreicht werden müsse. Wenn in den konventionellen Produkten alle Umweltprobleme, die sie verursachen, eingepreist wären, dann wären konventionell hergestellte Produkte teurer als solche aus dem Bio-Landbau, betonte Fuhrer.  

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