3.06.2019 08:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Bioethanolproduktion sinkt weiter
Die Bioethanolproduktion in Deutschland hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich abgenommen.

Wie der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mitteilte, erzeugten die Bioethanolanlagen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern im vergangenen Jahr insgesamt 613'000 t Bioethanol zur Beimischung für Kraftstoffanwendungen.

Das entsprach im Vergleich zu 2017 einem Rückgang um 8,9 %. Von insgesamt mehr als 750'000 t produziertem Bioethanol stammten rund 79 % aus Futtergetreide und 21 % aus Zuckerrübenstoffen. Zudem entfiel ein sehr geringer Anteil auf Rest- und Abfallstoffe, zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie.

Der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super E5 beigemischt sowie zur Herstellung von Ethyl-Tertiär-Butylether verwendet wird, stieg 2018 laut BDBe in einem schrumpfenden Benzinmarkt im Vorjahresvergleich um 3 % auf fast 1,19 Mio t.

Der Bioethanolanteil am Benzinmarkt des vergangenen Jahres erreichte 6,3 Volumenprozent und lag somit 0,3 Prozentpunkte höher als 2017. Erstmals seit mehreren Jahren stiegen die Anteile von Bioethanol in den Benzinsorten Super E5, Super E10 und Super Plus. Nach Einschätzung von BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter ist die Verpflichtung zur Minderung des Treibhausgasausstoßes für alle Kraftstoffe von derzeit 4 % zu niedrig, um für noch mehr Klimaschutz im Verkehr zu sorgen.

„Dies wird sich aber ab 2020 ändern, wenn die bereits gesetzlich verankerte Anhebung der Treibhausgas-Minderungsquote auf 6 % kommt. Dann wird die Mineralölwirtschaft die Biokraftstoffe einsetzen, mit denen die Verpflichtungen am besten zu erfüllen sind“, zeigte sich Walter optimistisch. Der Verbrauch von Bioethanol in Benzin verringere schon jetzt die CO2-Emissionen im Verkehrssektor um 3,1 Mio t. „Dies entspricht rund 1 Million Personenkraftwagen ohne CO2-Ausstoss“, rechnete der Geschäftsführer vor. 

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