8.10.2014 17:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Thurgau
Biorender deponiert Bilanz
Die Biorender AG hat am Mittwoch ihre Bilanz beim Bezirksgericht Münchwilen TG deponiert. In den letzten Tagen fanden nochmals Gespräche mit einem Investor statt. Es kam aber zu keiner Lösung. Nun ist der Konkurs definitiv.

Am 26. September hatte die Biorender AG mit Sitz in Münchwilen in einem Communiqué mitgeteilt, dass das Unternehmen zahlungsunfähig sei. Man werde die Bilanz in den nächsten Tagen deponieren. Doch dieser Schritt, mit dem das Konkursverfahren begonnen hätte, liess auf sich warten.

Ergebnislose Gespräche in letzter Minute

Am Mittwoch informierte das Unternehmen, das Biogas aus Fleischabfällen produziert, in einem weiteren Communiqué, dass der Konkursantrag nun beim Bezirksgericht Münchwilen eingereicht sei. Der Grund für die Verzögerung war ein letzter Versuch, den Konkurs doch noch zu verhindern.

Man habe man das Gespräch mit einem potenziellen Investor gesucht, erklärte Biorender-Verwaltungsratspräsident Markus Sägesser auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Doch die Rahmenbedingungen seien zu schwierig: Es gebe zu wenige Abnehmer, die bereit seien, für das Biogas den verlangten Preis zu bezahlen.

Betrieb wird herunergefahren

In den letzten Monaten hatten die Verantwortlichen von Biorender bereits mit einem Investor verhandelt, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde. Nach der Konkursankündigung hätten sich noch andere Interessenten gemeldet. Doch alle seien zum gleichen negativen Ergebnis gekommen.

Die Vergärungsanlage sei in Betrieb viel mehr wert als wenn sie stillgelegt sei, erklärte der Verwaltungsratspräsident. Seit Mittwoch werde der Betrieb nun aber langsam heruntergefahren - nachdem in den letzten Monaten noch Spitzenwerte erzielt worden seien. Falls doch noch eine Übernahme möglich werde, brauche es deshalb «eine sehr schnelle Lösung».

Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe

Die Bilanz weise offene Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe aus. Den 23 Mitarbeitern seien die Löhne im September aber noch bezahlt worden, betonte Sägesser. Sie werden noch gebraucht: Die fachgerechte Stilllegung dauere zwei bis drei Monate. Während fünf bis sechs Wochen werde noch Biogas ins Netz eingespeist.

Die Biorender AG gehört zu je einem Viertel den Städten Wil, Winterthur und St. Gallen. Weitere Aktien halten Flawil, Uzwil und Schaffhausen. Von Beginn weg hatte das Unternehmen beim Vergärungsprozess mit technischen Problemen zu kämpfen und erreichte die erhofften Kapazitäten nicht.

Klage gegen Wil

Die beteiligten Städte mussten für das bezogene Biogas einen Zuschlag zahlen. Als erste war die Stadt Wil nicht mehr bereit dazu. Sie stieg im Juli 2013 aus und bezog seit April 2014 kein Gas mehr aus Münchwilen. Im September lehnte das Stadtparlament von Winterthur einen Vertrag ab, mit dem der Biorender weitere Gasbezüge mit Zuschlägen zugesichert worden wären.

Die Biorender AG hat wegen des frühen Ausstiegs gegen die Stadt Wil eine Klage wegen der Verletzung von Vertragsbedingungen eingereicht. Der Vorschuss dafür sei bezahlt, erklärte Sägesser. Nun sei es aber Sache des Konkursverwalters, ob die Klage aufrecht erhalten werde.

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