15.04.2020 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Bodenverbrauch steigt in Rekordtempo
Der mittlere Bodenverbrauch steigt gegenüber 2018 von 10,5 ha auf 13,0 ha pro Tag.. Die tägliche Verbauung, die einer Fläche von 20 Fussballfeldern entspreche, habe dramatische Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln, so die Hagelversicherung.

Während beim täglichen Flächenverbrauch in Österreich in den vergangenen Jahren eine geringfügig abnehmende Tendenz zu verzeichnen war, zeigen die jüngsten Zahlen des Umweltbundesamtes für 2019 wieder eine kräftige Steigerung.

Wie die Österreichische Hagelversicherung mitteilte, erhöhte sich der mittlere Bodenverbrauch gegenüber 2018 von 10,5 ha täglich auf 13,0 ha pro Tag; das war ein Plus von 24 %. Die tägliche Verbauung, die einer Fläche von 20 Fussballfeldern entspreche, habe dramatische Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln, warnte die Hagelversicherung.

Verlust von 30 Mio kg Brotgetreide

Der jährliche Verlust an Agrarflächen in Österreich belaufe sich mittlerweile auf fast 5000 ha Äcker und Wiesen.Dies bedeute umgerechnet beispielsweise einen Verlust von 30 Mio kg Brotgetreide. Da für den Brotkonsum rund 85 kg Getreide pro Kopf und Jahr benötigt würden, werde in einem Jahr das Brotgetreide für mehr als 350 000 Menschen „verbaut“.

Diese Entwicklung sei fahrlässig, weil sie die Ernährungssouveränität Österreichs massiv gefährde, kritisierte die Hagelversicherung. Schon jetzt habe das Alpenland beim Brotgetreide nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 86 %; bei Kartoffeln seien es 80 %, bei Gemüse nicht einmal 50 % und bei Soja sogar nur 15 %.

Aber auch der Klimawandel werde durch den Bodenverbrauch beschleunigt, gab das Versicherungsunternehmen zu bedenken. Durch die Versiegelung des Bodens gehe der notwendige Speicher für CO2 und Wasser für immer verloren und die Schäden urchWetterextremereignisse wie Dürreperioden und Hochwasser nähmen zu.

Die Hagelversicherung  erinnerte daran, dass die neue Wiener Regierung erstmals den Zielwert von 2,5 ha pro Tag bis zum Jahr 2030 und detaillierte Massnahmen für eine Verringerung des Bodenverbrauchs in ihrem Regierungsprogramm festgeschrieben habe. Eine konsequente Umsetzung sollte daher in Anbetracht der aktuellen Situation zur Lösung dieses brennenden Umweltproblems Priorität haben.  

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE