5.03.2015 15:29
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Milchmarkt
BOM will Segmentierung beibehalten
Die Branchenorganisation Milch (BOM) will das bisherige Segmentierungssystem für Milch unverändert beibehalten und die bestehende Allgemeinverbindlichkeit wieder beantragen. Dieser Entscheid des Vorstandes trage dazu bei, die sehr gute Transparenz der Segmentierung vollständig durchzusetzen, teilt die BOM mit.

Die Organisation habe festgestellt, dass sich die Segmentierung des Schweizer Milchmarktes trotz des gegenwärtig grossen Drucks im Milchmarkt bewähre, heisst es im Communiqué weiter.

Die Frankenaufwertung habe grosse Auswirkungen auf die Branche und die aktuelle Situation erfordere von allen Akteuren eine sachliche Diskussion und faire Anwendung der Spielregeln. Der Preisdruck für einzelne Segmente dürfe nicht dazu verwendet werden, bei Produkten, wo es nicht nötig sei, die Preise zu senken, hält die BOM fest. Um dieses Ziel zu erreichen, sei die Segmentierung ein wichtiges Instrument. Nach Ansicht der Organisation sorgt sie zudem für Transparenz, kann aber die Probleme mit sinkenden Preisen und Schwierigkeiten beim Absatz nicht lösen.

Die Segmentierung:

A-Milch: Produkte mit Grenzschutz und solche mit Rohstoffpreisausgleich.
B-Milch: Produkte ohne Grenzschutz oder Rohstoffpreisausgleich für den Inlandmarkt oder den Export.
C-Milch: Produkte für den Weltmarkt. Lieferung ist für die Milchbauern freiwillig.

Das im Jahr 2013 eingeführte Segmentierungssystem habe die Wertschöpfung der Branche erhöht. "Aufwändige Kontrollen sorgen dafür, dass alle als B- und C-Milch gehandelte Milch nur für die dafür bestimmten Märkte verwendet wird", so die BOM. Zum bisherigen Verlauf der Segmentierung schreibt diese, dass die Transparenz auf den Milchgeldabrechnungen bisher sehr gut gewesen sei, aber von einigen Akteuren nicht zu 100 Prozent umgesetzt worden sei. Mit einer strengen Auslegung des Reglements könne zudem der bisherige Interpretationsspielraum bei der C-Milch eingeengt werden. Der Vorstand will diese strenge Auslegung deshalb künftig durchsetzen. Die Allgemeinverbindlichkeit wird wieder beantragt.

Resultate der Kontrolle von Dezember 2014

Im Dezember 2014 führte die BOM bei den 22 grössten Milchkäufern (Mitglieder und Nichtmitglieder) Kontrollen durch. Das Reglement Segmentierung verlangt, dass auf jeder Milchgeldabrechnung für jedes der drei Segmente jeweils Menge und Preis deklariert wird.

Die Resultate fallen eindeutig aus. Bei 18 Organisationen, diese kaufen 94 Prozent der hiesigen Milch auf, wurden auf den Abrechnungen für jedes Segment die Menge deklariert. Die Mengen wurden teils in Kilogramm, teils in Prozent bekanntgegeben. Acht Organisationen müssen nun nebst der Menge auch den Preis pro Segment "klar" deklarieren. Spätestens ab dem 1. Juli 2015 muss regelkonform deklariert werden.

Bei 6 Prozent der Milchmenge wurde keine Segmentierung ausgewiesen. Es handelt sich nach Angaben der BOM um kleine Organisationen, welche bis auf eine Ausnahme nur A-Milch einkaufen. Auch wird die Einhaltung des Reglements gefordert.

 

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