29.08.2013 14:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Fleischmarkt
Bundesrat: Mängel in Schlachtbetrieben nicht gravierend
Schweizer Fleischproduzenten dürfen keine Schweinefüsse nach China exportieren, weil China die Hygiene in Schweizer Schlachthöfen für ungenügend hält. Laut dem Bundesrat sind die Mängel, welche eine chinesische Delegation festgestellt hat, aber nicht gravierend.

Die Kritik der chinesischen Inspektoren beträfen die Infrastruktur und internen Abläufe sowie einzelne Aspekte der Kontrollen, schreibt der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss. Die Sicherheit der Lebensmittel sei nicht gefährdet, doch würden die Mängel behoben. 

Schweinefüsse als Delikatesse 

Einige chinesische Forderungen beruhen laut Bundesrat auf «kulturellen Unterschieden». So verlangen die chinesischen Behörden, dass die Produktionslinien für Rind- und Schweinefleisch vollständig getrennt werden. Dies ist in der Schweiz nur im Schlachthof obligatorisch, nicht aber in den verarbeitenden Betrieben.

Bei den Kontrollen misst die Schweiz der Eigenverantwortung einen hohen Stellenwert bei, während China eine staatliche Kontrolle vorzieht. In China gelten manche Schlachtabfälle, die in der Schweiz nicht verkauft werden können und im Mülleimer landen, als Delikatesse. Schweizer Fleischproduzenten sehen darin ein Geschäft. Auf ihren Wunsch inspizierte eine chinesische Delegation die Betriebe. Wegen Mängeln verweigerte China den Produzenten jedoch die Exportlizenz, wie im Juni bekannt wurde. 

Keine Schweizer Inspektoren nach China

Nationalrat Dominique de Buman (CVP/FR) wollte in der Folge vom Bundesrat wissen, um welche Mängel es sich gehandelt habe. Die Schweizer Konsumenten hätten ein Recht darauf, dies zu erfahren, hielt er fest. Weiter fragte de Buman den Bundesrat, wann Schweizer Inspektoren chinesische Betriebe besuchten. 

Dies ist laut dem Bundesrat nicht vorgesehen: Die Bedürfnisse der Schweiz in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit würden durch die Inspektionen des europäischen Lebensmittel- und Veterinäramts vollständig abgedeckt, schreibt die Regierung. Deshalb führe die Schweiz keine eigenen Inspektionen durch.

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