1.06.2016 10:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milchmarkt
Butterlager: Bauern müssen Abbau finanzieren
Ab Juli macht Emmi bei allen Milchlieferanten einen weiteren Abzug. Mit dem Geld soll Butter vergünstigt exportiert werden. .

8539 Tonnen – damit hätten die Butterlager ein sehr hohes Niveau erreicht. Das schreiben die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) in ihrem jüngsten Infoblatt. Allein mit Stützungsgeldern von Lactofama werde sich dieser Lagerbestand nicht auf ein vertretbares Mass reduzieren lassen.

Die Lactofama AG war in den vergangenen vier Monaten aktiv und hat bereits erhebliche Mengen Butter exportiert, die sie aus aufgekaufter C-Milch herstellen liess. Auch Lactofama finanziert sich über Bauerngelder.

Ab Juli gibts einen Abzug

Die Tätigkeit der Lactofama hat aber nicht gereicht, um die Butterlager einigermassen unter Kontrolle zu halten. Die ZMP schreiben: «Um die Verarbeiter herum werden zusätzliche Lösungen erarbeitet werden müssen.» Ausgedeutscht wird das ein paar Sätze später: «Aufgrund der schwierigen Situation beim Butterlager ist ab Juli eine Erhöhung der Marktabzüge zu erwarten.» Bereits jetzt ziehen die ZMP 2,2 Rp./kg zur Finanzierung der Deckungslücke beim Schoggigesetz und der Importabwehr ab.

Wie hoch der Abzug ausfallen wird, kann ZMP-Sprecherin Carol Aschwanden auf Anfrage noch nicht sagen. Sie erklärt, die Butter, die nicht im Inland vermarktet werden könne, bleibe bei den beiden grossen Butterherstellern Emmi und Cremo liegen, weil diese beiden Firmen im Schweizer Milchmarkt eine Regulierfunktion wahrnähmen, damit überschüssige Milch nicht anderweitig «entsorgt» werden müsse. 

Damit A-Preis nicht sinkt

Diese müssten jetzt Lösungen suchen. Rund um Emmi liege die Lösung für die dringend notwendige Butterabräumung auf dem Tisch. «Es werden alle Lieferanten, also nicht nur die ZMP, von einem Rückbehalt betroffen sein», sagt Aschwanden. Auch werde Emmi einen Teil der Butterabräumung selber tragen.

Ein Branchenkenner erklärt, mit dem Abbau der grossen Butterlager solle auch eine weitere Senkung des A-Richtpreises vermieden werden. Auch wird argumentiert, das Fett mache einen guten Teil des Milchpreises aus, den habe der Bauer ja ausbezahlt erhalten. Jetzt müsse er eben dafür aufkommen, wenn das Fett nicht im Inland abgesetzt werden könne. Wenn man statt eines solchen Rückbehalts den Inlandpreis fürs Milchfett senken würde, wäre das mittel- und langfristig für die Bauern viel schlimmer, heisst es.   

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE