27.05.2015 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
C-Milch: Rekordhohe Menge bei rekordtiefem Preis
Es wird weniger gemolken als im letzten Jahr. Käse wurde aber mehr hergestellt. Dennoch gibt es so viel C-Milch wie noch nie.

Die Milchproduktion ist wieder rückläufig. Die eingelieferten Mengen bewegen sich in den ersten drei Monaten 2015 zwischen den Zahlen der beiden vorangegangenen Jahre. Dies geht aus dem aktuellen Marktlagebericht der Schweizer Milchproduzenten (SMP) hervor. Im März 2015 betrug die Milchproduktion demnach 312'338 Tonnen und bewegte sich damit 5140 Tonnen oder 1,6 Prozent unter der vergleichbaren Vorjahresmenge.

Die kumulierte Produktion von Januar bis März 2015 betrug 880235 Tonnen. Sie lag um 16336 Tonnen oder 1,8 Prozent tiefer als im Vorjahr. Auch für den Monat April wird bereits von einer Minderproduktion ausgegangen. Die Online-Datenbank Milch DBMilch.ch geht für den letzten Monat von einem Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.

Mehr Käse exportiert

Nebst der Minderproduktion wurde auf Stufe Verarbeitung und Verkauf in den ersten drei Monaten 2015 mehr Milch verkäst, wovon dann ebenfalls mehr im Ausland abgesetzt werden konnte. Von Januar bis März 2015 stieg die Käseproduktion im Vergleich zu 2014 um fast 1 Prozent und im Vergleich zu 2013 gar um 2,3 Prozent. Im Monat März waren es mit  16123 Tonnen 437 Tonnen oder 2,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat.

Bei dieser eigentlich erfreulichen Entwicklung erstaunt es, dass es offenbar derzeit zu viel Milch auf dem Markt gibt. Denn obschon einerseits weniger Milch produziert und andererseits mehr Käse hergestellt und abgesetzt werden konnte, wurde seit der Einführung der Segmentierung noch nie so viel C-Milch gehandelt wie im Monat März 2015.

C-Menge sollte sich einpendeln

Laut SMP-Monatsstatistik sind nämlich 5,1 Prozent der eingekauften Milch ins C-Segment geflossen. Der Anteil B-Milch lag bei 12,7 Prozent und der Anteil A-Milch bei 82,1 Prozent. «Der hohe Anteil C-Milch dürfte mit den saisonal ansteigenden Milchmengen und wiederum mit der Aktivität von Lactofama zu tun haben» schreiben die SMP als Begründung dazu.

Dies bestätigt auch der Geschäftsführer der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) Pirmin Furrer. «Man muss die C-Milch-Verwertung übers ganze Jahr sehen.» Man habe jetzt im Frühling verhältnismässig viel C-Milch «gemacht». Die Menge werde sich aber im mehrmonatigen Vergleich einpendeln. Letztes Jahr habe man zudem im ersten Halbjahr vorsichtiger Milch verbuttert, weil die Marktlage 2014 einiges freundlicher gewesen sei. «Man darf sich auch nicht von den guten Exportverkaufszahlen beim Käse des Monats März täuschen lassen», so Furrer. Da spiele noch die Tatsache mit, dass sich Händler noch zu den alten Preisen eingedeckt hätten.

Tiefere B- und C-Preise

Auch wenn die BOM für den A-Richtpreis 68 Rappen veranschlagt hat, sinken angesichts des schwierigen internationalen Marktumfeldes B- bzw. C-Richtpreise gemäss Marktlagebericht deutlich. Für B-Milch, deren Preis auf der Basis des Rohstoffwertes eines Kilogramms Milch bei der Verwertung zu Magermilchpulver für den Weltmarkt und Butter für den Inlandmarkt festgelegt wird, gilt für den Monat Juni ein Richtpreis von 46,9 bis 48,1 Rappen.

Für die Weltmarkt- oder C-Milch schätzt die BOM für den Monat Juni einen Richtpreis von 19,4 bis 20,5 Rappen. Obwohl es sich sowohl beim B- als auch beim C-Preis um Schätzungen für den aktuellen Monat bei konstanten Wechselkursen handelt, bewegen sich diese auf dem tiefsten Niveau seit Einführung der Segmentierung.

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