7.05.2020 14:36
Quelle: schweizerbauer.ch - awp
Coronakrise
Corona: Migros gewährt Mieterlass
Die Coronakrise macht dem Detailhandel zu schaffen. Nachdem sie längere Zeit geschlossen waren, wissen viele Geschäfte nicht, wie sie ihre Mieten bezahlen sollen. Die Migros gewährt Mietern in ihren Liegenschaften daher nun einen Mieterlass, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP am Donnerstag mitteilte.

«Die Migros verzichtet bei allen vollständig vom Lockdown betroffenen Mietern für zwei Monate auf die Hälfte der Miet- und allgemeinen Nebenkosten», sagte ein Sprecher. Um die Mieter wirtschaftlich zusätzlich zu entlasten, gewähre der «orange Riese» ausserdem einen freiwilligen Zahlungsaufschub bis Ende September 2020. Die Geschäfte erhielten somit Zeit, die Mieten für die Monate März bis Juni erst im Herbst zu bezahlen.

2000 Geschäfte

Falls ausserdem Dritte wie Bund oder Kantone einen Teil der Miete übernähmen, erlasse die Migros den verbleibenden Rest der Mietschuld zur Hälfte. Im Vordergrund stünde bei diesen Massnahmen die langfristige Sicherung der Geschäftsverhältnisse und die Erhaltung der Basis für «eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft», betonte der Sprecher.

Insgesamt betreffe der Mieterlass etwa 2000 Geschäfte, die in Migros-Liegenschaften, wie zum Beispiel Einkaufszentren, eingemietet seien. In speziellen Härtefällen, insbesondere für Kleinbetriebe und Selbstständige, biete der Konzern ausserdem Hand für die Prüfung weitergehender Lösungen.

Coop und Migros wollen Entgegenkommen von Vermietern

Umgekehrt erhofft sich der «orange Riese» wohl auch von seinen Vermietern Mieterlasse und ein Entgegenkommen in ähnlicher Form. Direkt wollte sich der Sprecher hierzu zwar nicht äussern, doch sagte er: «Wir sehen unseren Schritt auch als Zeichen, dass Vermieter und Mieter mit gemeinsamer Anstrengung und gegenseitiger Unterstützung durch diese schwierige Zeit kommen sollten».

Konkurrent Coop wiederum möchte ebenfalls weniger Miete bezahlen, wie der «Blick» berichtet hatte. Die Gruppe wolle weniger Miete bezahlen, da sie gerade in den zum Konzern gehörenden Non-Food-Formaten wie Christ, Interdiscount, Fust, Livique oder Lumimart «eine massive Beeinträchtigung» erlitten habe. Es müsse das Ziel sein, diese Einbussen so aufzuteilen, dass die wirtschaftliche Zukunft beider Parteien gesichert bleibe, hatte die Zeitung aus einem Brief des Detailhändlers an seine Partner zitiert.

Lösung aus der Politik fehlt noch

Derweil warten Mieter und Vermieter weiter auf ein klares Signal aus Bundesbern, was den Umgang mit Mieten für geschlossene Geschäfte betrifft. Das Parlament hatte sich an der dreitägigen ausserordentlichen Session bis am (gestrigen) Mittwoch in dieser Frage nicht einigen können.

Der Nationalrat schlug eine Pauschallösung vor, wonach Betreiber von Restaurants und weiteren Geschäften ihrem Vermieter für die Dauer des Lockdown grundsätzlich nur 30 Prozent der Miete schulden. Das geht dem Ständerat aber zu weit.

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