24.03.2020 09:56
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/blu
Corona
Corona und Landwirtschaft: Märkte
Das Coronavirus schränkt das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der Schweiz stark ein. Betroffen ist auch die Landwirtschaft. Ist die Versorgung sichergestellt, wie sieht es mit Setzlingen? Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat Antworten zum Thema Markt und Versorgung verfasst.

Der Bundesrat hat vergangene Woche den Notstand erklärt. Das hat einschneidende Massnahmen auf das Alltagsleben, aber auch auf die Wirtschaft. Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete sind ab sofort geschlossen.

Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios. Nur Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen bleiben offen. Die Massnahmen gelten vorerst bis am 19. April 2020.

Auch für die Landwirtschaft gibt mehrere Punkte zu beachten. Der Schweizer Bauernverband erklärt in mehreren Punkten, welche Einschränkungen in Sachen Hofläden, Pflückfelder und Setzlinge gelten und was es bei Märkten zu beachten gilt. 

Weil die Restaurants geschlossen sind kommen gewisse Märkte unter Druck. Sind Massnahmen vorgesehen?
Auch wenn die Restaurants geschlossen sind, wird weiterhin gegessen. Es gibt jedoch eine gewisse Verlagerung. Die Schliessung der Restaurants führt zu einem Nachfragerückgang insbesondere für Wein und gewisse Fleischsorten (Kalbfleisch). Der Verwaltungsrat der Proviande hat die Bedingungen für die Kalbfleischeinlagerung angepasst. Der Verwaltungsrat analysiert die Lage wöchentlich.

Ist die Versorgung mit Vorleistungen für die Landwirtschaft gewährleistet?
Ja. Aus heutiger Sicht ist die Versorgung mit Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut gesichert. Einzig beim Saatmais könnte es gewisse Verzögerungen geben. Auch bei den Futtermitteln sollte es keine Engpässe geben. Im Notfall hat die Schweiz Pflichtlager.

Werden Massnahmen in Erwägung gezogen, Ausschöpfung der Möglichkeiten zur kurzfristigen Anpassung des Produktionsportfolio, beispielsweise Gemüse statt Tabak?
Der Bauernverband hat diese Frage mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung geklärt. Diese sehen keinen Bedarf für eine Anpassung der Kulturen.

Können öffentliche Schlachtviehmärkten durchgeführt werden?
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat die Durchführung von Schlachtviehmärkten verboten.

Dürfen Hofläden noch betrieben werden?
Ja. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben dürfen betrieben werden. Die Hofläden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründlich Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. 

Wie sind die Bestimmungen bei Besenbeizen?
Eine Bewirtung der Kundschaft ist untersagt.

Sind Markstände und Wochenmärkte erlaubt?
Der Bundesrat hat Wochenmärkte verboten. Gemäss der Präzisierung des Bundesrats vom Mittwoch ist ein einzelner Lebensmittelmarktstand den Lebensmittelläden gleichgestellt und darf somit betrieben werden. Die Abstandregeln müssen aber auch hier eingehalten werden können. Was das genau für Wochenmärkte bedeutet, sind wir noch am Klären. 

Wie sieht die Situation mit dem Verkauf von Saatgut und Setzlingen aus?
Der Bundesrat lehnte am 10. März einen Antrag ab, den Verkauf von Saatgut und Setzlingen für private Gärten in den Läden (und damit auch Hofläden) wieder zuzulassen. Was aber erlaubt ist, ist eine Art «Take away» für Saatgut uns Setzlinge einzurichten, der vorgängig per Telefon oder online bestellte Ware abgibt. Ebenso darf bestellte Ware nach Hause geliefert werden. Für die Landwirtschaft ist die Versorgung mit Saatgut und Setzlingen gewährleistet. 

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