14.10.2019 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Neuausrichtung der Agrarbranche
Eine „fundamentale Neuausrichtung“ der Agrarwirtschaft mit Blick auf die Nährstoffüberschüsse, das Ernährungssystem, den internationalen Agrarhandel, die Entwicklung des ländlichen Raumes und die Digitalisierung hat die Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt (KLU) vorgeschlagen.

Nach ihrer Ansicht sind im Einzelnen der Einsatz von Mineraldünger deutlich zu verringern und Wirtschaftsdünger wie Gülle besser zu verwerten. Dafür sei zunächst das Düngerecht anzupassen und die landwirtschaftliche Beratung für eine umweltgerechtere Düngung auszubauen, erklärte die KLU in Dessau.

Ausserdem rät die Kommission Landwirtschaft der Politik zu einem staatlichen und unabhängigen Lebensmittelsiegel, das Produktionsweisen transparent mache und umweltgerechte Kaufentscheidungen ermögliche. Das aktuelle Ernährungssystem sei geprägt von Lebensmitteln aus einer umweltschädlichen Produktion.

Diese Schäden seien bislang nicht eingepreist. Zudem fordert die KLU „verantwortungsvolle“ Lebensmittelexporte, Importe nur von zertifizierten Erzeugnissen und die weitere Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Handelsabkommen. Der internationale Agrarhandel fördere zurzeit zwar den globalen Wohlstand, aber der Anbau von Futtermitteln für die hiesige Fleischproduktion könne zur Abholzung des Regenwaldes und zur Vertreibung indigener Bevölkerung führen.

Daneben empfiehlt das Gremium die Entwicklung eines neuen und umfassenden Leitbildes für den ländlichen Raum. Dabei sollten die Landwirtschaft, die Politik und die Bevölkerung mitwirken. Das sei die Voraussetzung für eine umweltgerechte und zielorientierte Verteilung von Fördermitteln.

Derzeit werde der ländliche Raum geprägt von mangelhafter Infrastruktur und Bevölkerungsrückgang bei gleichzeitiger Konzentration auf eine intensive landwirtschaftliche Produktion. Wie die Kommission mit Blick auf die Digitalisierung in der Landwirtschaft feststellt, ermöglicht diese einen schonenderen Umgang mit Ressourcen.

Die Effizienzsteigerung könne aber bestehende Probleme wie ausgeräumte Landschaften verstärken. Deshalb sei die digitale Transformation für die geforderte Neuausrichtung der Landwirtschaft zu nutzen. Vonnöten seien klare Regeln für die Erhebung von maschinen- und prozessgenerierten Daten, so die KLU. 

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