19.09.2014 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Ausbildung
«Den Bauern macht die Arbeit keine Angst»
Walter Willener spricht über die Beteiligung der Landwirtschaft an den Swiss Skills. Er sieht im Auftritt in Bern die Möglichkeit, Werbung für den Beruf Landwirt zu machen. Lehrlinge sind nach wie vor gesucht.

«Schweizer Bauer»: Nach anderthalbjähriger Vorbereitungszeit haben nun die Berufsmeisterschaften Swiss Skills in Bern begonnen. Sind Sie als OK-Mitglied froh, dass es nach dieser Zeit nun endlich losgeht?
Walter Willener: Ja. Ich muss sagen, die drei letzten Monate waren schon intensiv. Gerade im Zusammenhang mit der Auswahl der Kandidaten und seit deren Bekanntgabe ist viel passiert.

Welchen Eindruck haben Sie von den Finalisten aus dem Bereich Landwirtschaft?
Persönlich habe ich leider nicht alle treffen können. Von den vier oder fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mit denen ich sprechen konnte, habe ist einen durchwegs positiven Eindruck gewinnen können. Sie sind äusserst motiviert und setzen sich bereits jetzt intensiv mit den anstehenden Aufgaben auseinander. Grundsätzlich merkt man, dass das Interesse an den 1. Berufsmeisterschaften sehr gross ist. So haben sich beispielsweise auch landwirtschaftliche Schulen rege an den Vorbereitungsarbeiten beteiligt.

Wie will sich die Landwirtschaft bis am Sonntag in Bern präsentieren?
Es gibt zwei Schwerpunkte. Da ist zum einen der Wettbewerb, dem sich die Finalisten stellen müssen. Für die Kandidaten stehen Aufgaben wie Melken oder die Beurteilung von Schlachtvieh auf dem Programm. Das ist natürlich für das Publikum sehr attraktiv. Aber auch die Prüfungen im Bereich Mechanisierung dürften für die Zuschauer interessant werden. Der zweite Schwerpunkt ist die Präsentation der landwirtschaftlichen Berufe. An einem grossen Stand werden die in der Ausbildung angebotenen Berufsbilder einem breiten Publikum nähergebracht.

Kann der Berufsstand Landwirt von der Berufsmeisterschaft im weiteren Sinne profitieren?
Die Landwirtschaft kann sicher einmal stolz sein auf ihren Auftritt an den Swiss Skills 2014. Im weiteren Sinne wollen wir natürlich auch für die landwirtschaftlichen Berufe Werbung machen. Wir stellen fest, dass sich in der jüngeren Vergangenheit immer mehr junge Leute von ausserhalb der Landwirtschaft für einen Beruf aus dem Agrarbereich interessieren.

Wie steht es um den Nachwuchs in der Agrarbranche?
Wir haben für die Lehrverträge 2014/2015 noch keine definitiven Zahlen. Gemäss Rückmeldungen von den landwirtschaftlichen Schulen sieht es aber besser aus als auch schon. Beispielsweise in den Kantonen Luzern oder Neuenburg können wir für dieses Jahr eine Zunahme bei den Vertragsabschlüssen verzeichnen. Gesamtschweizerisch gehen einzig bei den Gemüsebauern und bei den Weintechnologen die Lehrlingszahlen zurück. Über mehrere Jahre gesehen, bilden wir heuer etwa für 30'000 Betriebe Landwirte aus. Es würde also noch einige zusätzliche Lehrlinge vertragen.

Ausgebildete Landwirte sind bei Unternehmen sehr gefragt. Woran liegt das?
Bauern sind noch Leute, die arbeiten und am Morgen aufstehen können. Den Bauern macht die Arbeit grundsätzlich keine Angst. Ich kenne auch keinen Bauern, der den Betrieb aufgegeben hat und dann arbeitslos geworden ist.

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