3.08.2019 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - ral
Bern
Der Auftakt ist gelungen
In der Markthalle Hübelischachen in Schüpbach BE fand die erste Auktion statt. Dies wollten sich viele nicht entgehen lassen und reisten in Scharen an. Aber sie kauften auch Kälber, Rinder und Kühe zu guten Preisen.

Zeitweise gab es schlicht kein Durchkommen mehr. Die einzigen, die genügend Platz hatten, waren die Auktionatoren Alois Wyss und Andreas Aebi auf ihrem Podest in der Ringmitte. In der Emmental Arena Schüpbach, wie die nagelneue Markthalle Hübelischachen nun heisst, ging am Freitag die erste Zucht- und Nutzviehauktion  des Verbands Markthalle Oberes Emmental über die Bühne.

Fast 130 Tiere angeboten

Das Angebot durfte sich sehen lassen: 127 Kälber, Rinder und Kühe waren im Katalog gelistet. Der grösste Teil von ihnen war da, im Sonntagsgewand aufgereiht beidseitig der längsseitig angelegten Läger. Obwohl viel Platz dazwischen vorhanden ist, gab es schon mehr als eine Stunde vor Auktionsbeginn ein richtiges Gedränge.

In Scharen kamen Kauflustige, Interessenten und Gwundrige, die sehen wollten, wie sich das neue Lokal präsentiert. Die Zuschauer, die teils von weit ausserhalb des Emmentals angereist waren, brauchten viele Worte des Lobes. Hell, freundlich, genügend Platz, ein überdachter Waschplatz und grosszügige Zugänge, das seien die besonderen Vorzüge, richtig gut gelungen.

Die Vorgeschichte

Die Brüder Ernst und Ulrich Kühni, Inhaber der KUE Immobilien GmbH, haben im November 2017 die Reitsporthalle im Hübelischachen gekauft. Der Grund: Sie wollten dem Verband Markthalle Oberes Emmental eine Alternative zu ihrem bisherigen Standort neben dem Ilfisstadion in Langnau bieten und somit den SCL Tigers den Weg für ein zweites Eisfeld freimachen. Im März 2019 wurde die neue Zufahrt erstellt. Die  Gebrüder Ernst und Ulrich Kühni verkauften die Anlage kürzlich der Genossenschaft Markthalle Hübelischachen und dem Oberemmentalischen Reitverein im Stockwerkeigentum. ral

 

Ein Stück Identität

Mit einer halben Stunde Verspätung gings dann los. Zu Gantrufer Alois Wyss gesellte sich Alfred Zaugg, auch er wie Wyss ein Gründungsmitglied der Langnauer Auktionen vor über einem Vierteljahrhundert. «24 Jahre waren wir in Langnau, hoffentlich sind wir in 50 Jahren noch hier. Denn da kann uns niemand mehr wegputzen», gab er mit geschwellter Brust zu verstehen.

Denn die Genossenschaft Markthalle Hübelischachen konnte die die Infrastruktur käuflich erwerben. «Das Bauteam hat super Arbeit geleistet, damit es heute so aussieht», fuhr er weiter und gab das Mikrofon weiter an Alois Wyss. Nur die Festwirtschaft kam (auch schallmässig) an ihre Grenzen und muss noch Optimierungspotenzial orten. Zeitweise mangelte es an Geschirr, und Fleisch. Kartoffelsalat und Rahm gingen aus. «Aber wir haben ja auch nicht jedes Mal so viele Leute», beschwichtigte der Eggiwiler Ueli Leuenberger, der die Tiere vorstellte.

5700 Franken als Maximum

Die Bieter machten vor allem in der ersten Hälfte tüchtig mit. So galt ein dreivierteljähriges All-about-it-Holsteinrind von Peter Lehmann, Signau, 3000 Franken. Nicht wenige der angebotenen Kühe lösten Preise deutlich jenseits der 3000-Franken-Marke. Allen voran die hochtragende Rusty-Tochter Brokline von Bruno Röthlisberger, Schangnau, eine mit dem Maximum von 44 44 90 punktierte Topkuh mit vorzüglichen Inhaltsstoffen. Für sie bezahlte ein Züchter 5700 Franken.

«Nicht selbstverständlich, dass Verkäufer bereit sind, Jungkühe von derart hoher Qualität herzugeben», bemerkte Andreas Aebi. Die formatstarke Artemis Cresta mit VG 85 in der ersten Laktation der GG Paul und Simon Hirsbrunner, Zollbrück, holte mit 5050 Franken das zweithöchste Gebot. Ein Käufer aus Küssnacht am Rigi nahm eines der gefragten Swiss-Fleckvieh-Tiere, von denen einige an der 4000-Franken-Marke kratzten, nach Hause. «Ich bin nicht das erste Mal an der Oberemmentaler Auktion. Hier stimmt die Qualität», sagte er.

 

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