15.01.2015 15:56
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Konjunktur
«Der Einkaufstourismus wird zunehmen»
«Der Einkaufstourismus wird zunehmen», kommentierte Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), den Entscheid der Nationalbank, auf den Franken-Euro-Mindestkurs zu verzichten. Die Preisdifferenzen zwischen Schweiz und EU würden wieder wachsen.

Wenn internationale Anbieter mit Filialen in der Schweiz einen Preisaufschlag in der Schweiz verrechneten, werde die Differenz nun noch grösser, stellte Stalder gegenüber der Nachrichtenagentur sda fest. «Und in der Schweiz haben wir relativ viele Importprodukte.»

Den Konsumentinnen und Konsumenten rät Stalder, die Preise über die Grenzen hinaus zu vergleichen und höchste Preise nicht zu akzeptieren. Stalder erinnerte an die gescheiterte Revision des Kartellgesetzes: «Damit hätte das Gewerbe die Grundlage erhalten, zu konkurrenzfähigen Preisen einkaufen zu können.» Nach dem Entscheid werde die Debatte über die Preise wieder voll einsetzen, doppelte Nadia Thiongane von der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC nach. Produzenten und Verteiler müssten Währungsgewinne ehrlich auf die Endpreise weitergeben.

Die FRC geht laut ihrer Mitteilung davon aus, dass nach der Aufgabe des Mindestkurses der Franken und der Euro im Verhältnis von praktisch 1:1 stehen werden. Sie werde deshalb auf ihre Forderungen von vor vier Jahren pochen. Für die FRC ist es besonders wichtig, den Einkaufstourismus zu bekämpfen. Sie sieht aber auch positive Seiten: Importeure könnten zu besseren Bedingungen einkaufen. Für Schweizer würden Ferien im Ausland billiger - umgekehrt aber werden Ferien in der Schweiz für Ausländer teurer.

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