8.09.2014 06:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Ernährung
Die Butter wird freigesprochen
Lange wurden tierische Fettsäuren verteufelt. Nun zeigt die Wissenschaft, dass diese kein Risiko für das Herz sind.

Fett mache dick und erhöhe das Risiko für Herzkrankheiten. Besonders ungesund seien die gesättigten Fettsäuren, wie sie im roten Fleisch, im Eigelb und vor allem in Milchprodukten vorkommen. Dies propagierten Wissenschaftler, Ärzte, Ernährungsberater und Behörden jahrzehntelang. Sie empfahlen, den Konsum tierischer Fette zu reduzieren und auf pflanzliche Fette auszuweichen. «Margarine und Olivenöl statt Butter und Käse», lautete die Devise.

Gross angelegte Studie

Nun zeigt sich einmal mehr: Vorkämpfer wie Landwirt Edgar Bläsi selig aus Härkingen SO hatten recht, wenn sie die Gesundheit von Vollmilchprodukten betonten. Das renommierte amerikanische «Time Magazine», die mit einer Auflage von über 3 Millionen grösste Wochenzeitschrift der Welt, titelte kürzlich: «Essen Sie Butter. Wissenschaftler bezeichneten Fett als Feind. Warum sie damit falsch lagen.»

Das Magazin zitierte unter anderem eine gross angelegte Studie der Universität Cambridge, die im April erschien. Gemäss dieser lässt der Konsum  von fettem Fleisch, fettem Käse und Butter das Risiko für Arterienverkalkung und Herzkrankheiten nicht ansteigen. Gleichzeitig lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen, dass man mit dem Essen von viel Fisch, Margarine und Olivenöl dieses Risiko senken kann.

Trend hin zu Light-Produkten stark abgeschwächt

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) freuen sich über diesen Zuspruch. Barbara Paulsen Gysin, Abteilungsleiterin Swissmilk Public Relations, sagt: «Langsam sickert aus der Fachwelt die Erkenntnis zu den Konsumenten durch, dass die tierischen Fette überhaupt nicht ungesund sind.» Einzelnen Nährstoffen oder Nahrungsmitteln könne man nichts Schädliches unterstellen. «Für die Gesundheit sind vielmehr die Gesamternährung und der Lebensstil entscheidend», sagt Paulsen Gysin. Die SMP würden im Einklang mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung schon lange drei Portionen Milch am Tag empfehlen.

Laut Emmi, der grössten Schweizer Milchverarbeiterin, bevorzugen Konsumenten in der Schweiz Vollfettkäse sowie Vollfett- und Rahmjoghurt klar. «Der insbesondere in den 1990er-Jahren zu beobachtende Trend hin zu Light-Produkten hat sich stark abgeschwächt», teilt Emmi-Sprecherin Sibylle Umiker mit. Emmi beobachtet auch eine Bewegung weg von der pflanzlichen Margarine. Dies, obwohl der aktuelle Wissensstand über gute und schlechte Trans-Fettsäuren und deren Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel noch wenig verbreitet sei: «Hier gibt es noch Potenzial für Butter.»

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