9.12.2013 10:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Christof Hirtler
Uri
Die Erwartungshaltung der Geldgeber ist gross
Solide finanzielle Grundlage, mit dem Bau der Käserei im Zeitplan, ein erfahrenes, motiviertes Käsereiteam: gute Voraussetzungen für die Alpkäserei Urnerboden, die im Alpsommer 2014 eingeweiht wird.

Kürzlich wurde die erste ordentliche Generalversammlung der Alpkäserei Urnerboden AG abgehalten. 91 Aktionäre und zahlreiche Gäste haben den Weg ins Gasthaus St. Anton in Spiringen gefunden. Verwaltungsratspräsident Anton Gisler hielt kurz Rückschau und Ausblick auf die Meilensteine der siebenjährigen Arbeit.

2006: Vision Alpkäserei Urnerboden; 2007 bis 2010: Machbarkeitsstudien und Vorprojekt; April 2011: Start der Aktionärs- und Gönnersuche; Frühling 2012: Sicherung der Finanzierung; 30. Oktober 2013: Fertigstellung der Gebäudehülle. Anton Gisler dankte den 463 Aktionärinnen und Aktionären, den Gönnern und Geldgebern, den 32 am Bau beteiligten Firmen, dem Architekten Robert Kistler und dem Projektleiter Hansruedi Aggeler.

Solide Zahlen

Verwaltungsrat Josef Huber zeigte sich erfreut über die Finanzierung: «Ohne die Beiträge von Bund, Kanton, Korporation Uri und Berghilfe wäre der Bau der  6,5 Mio. Franken teuren Alpkäserei nicht möglich gewesen.» Die Älpler beteiligen sich mit Stimmrechtsaktien von 427'250 Franken, weitere Aktionäre und Gönner mit knapp 1,11 Mio. Franken. Die Aktionäre der Alpkäserei Urnerboden AG beschlossen einstimmig, das Aktienkapital von 947'250 Franken durch die Herausgabe von 940 Namensaktien mit einem Nennwert von je 500 Franken auf höchstens 1,43 Mio.Franken zu erhöhen.

Josef Huber kommentierte die Zahlen abschliessend: «Wir haben eine gute finanzielle Grundlage. Es wird eine Herausforderung, den Betrieb erfolgreich zu führen, die gute Finanzlage beizubehalten und für uns Älpler einen guten Milchpreis zu erzielen. Die Erwartungshaltung der vielen Geldgeber an die Alpkäserei Urnerboden AG ist hoch und bedeutet für uns eine Verpflichtung.»

Vergrösserung des VR

Die Arbeitsgruppen «Marktaufbau», «Finanzierung und Trägerschaft» sowie «Organisation, Logistik und Qualität» haben das Projekt seit 2010 vorangetrieben. Die Arbeitsbelastung des Verwaltungsrats bleibt gross, besonders im Bereich Marketing und Lieferverträge mit Grossverteilern. Die Aktionärsversammlung folgte darum dem Antrag des Verwaltungsrats und erhöhte die Mitglieder von drei auf fünf.

Nebst Anton Gisler, Verwaltungsratspräsident, Walter Arnold, Vizepräsident, und Josef Huber, Finanzen, wurden neu Franz Gamma, Feldmess, Spiringen, und der Ständerat Isidor Baumann in den Verwaltungsrat der Alpkäserei Urnerboden AG gewählt.

Käsereiteam vorgestellt


Der 33-jährige Martin Stadelmann aus Willisau konnte in einem Auswahlverfahren als Käser und Betriebsleiter gewonnen werden. Von 1998 bis 2013 sammelte er Berufserfahrung in sieben Talkäsereien im Entlebuch und im Luzerner Hinterland. Fünf Alpsommer war Martin Stadelmann Käser auf der Alp Stössi, Bristen. Stadelmann hat sich ständig weitergebildet und ist heute Käsermeister.

Ab März 2014 wird er mit dem Einbau der Käsereieinrichtung die Produktionsaufnahme für den Alpsommer 2014 vorbereiten. Er erhielt eine Jahresanstellung (80%-Pensum), seine Lebenspartnerin Michaela Jost, gelernte Bäckerin-Konditorin, steht ihm zur Seite und wird für den Laden zuständig sein. Thomas Schacher aus Escholzmatt wurde als zweiter Käser angestellt.

Grosse Herausforderung

«Die Erhaltung der Alpwirtschaft ist ein wichtiges Anliegen und besonders in Zeiten der tiefen Milchpreise eine grosse Herausforderung», sagte der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind. Er gratulierte der Alpsennengenossenschaft Urnerboden für ihren Mut, ihre Eigeninitiative und ihr grosses Engagement.

«Eine nachhaltige Alpwirtschaft ist eine grundlegende Voraussetzung für die künftige Entwicklung des Urnerbodens. Wir alle können einen wichtigen und entscheidenden Beitrag leisten für die Erfolgsgeschichte Alpkäserei Urnerboden», betonte Toni Gisler. «Die Älpler, die den wertvollen Rohstoff Alpmilch liefern, die Käser, welche die Alpmilch zu Alpkäse und Alpprodukten veredeln, der Detailhandel und schliesslich die Konsumenten, die unsere Alpspezialitäten kaufen, geniessen und weiter empfehlen.» Spürbar ist die Vorfreude: in gut sieben Monaten, am 28. Juni 2014, wird die Alpkäserei Urnerboden eingeweiht und feierlich eröffnet werden.

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