22.04.2015 06:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Käsemarkt
Die Hoffnung beim Emmentaler ist blond
Emmentaler kämpft weiter um Absatz. Von der neuen Markenbotschafterin Michelle Hunziker erhofft man sich derweil viel, ist sie doch gerade in Italien und Deutschland, Ländern mit sinkendem Absatz, sehr populär. Mit Abstimmung

«Es ist nicht der starke Franken, der uns Sorgen macht, sondern der schwache Euro.» Das stellte der Präsident der Sortenorganisation Emmentaler (ES) Heinz Wälti gestern an deren Delegiertenversammlung (DV) in Bern klar. Nichtsdestotrotz stehe der Emmentaler angesichts der Währungssituation vor grossen Herausforderungen.

«Kämpfen und Verkaufen muss unser Motto sein»

«Kämpfen und Verkaufen muss unser Motto sein», so Wälti weiter. Umso wichtiger sei es, dass alle in der Emmentaler-Familie an einem Strang ziehen würden. «Das Dümmste, was man machen kann, ist günstiger zu verkaufen. Es mag derzeit keinen leiden, der ausschert», sagte Wälti unmissverständlich.

Und dennoch musste ES nun die erste Kündigung von der Käserei Bazenheid zur Kenntnis nehmen. Extrem wichtig für die ES sei derzeit zudem das Projekt Schaufenster Emmentaler AOP. «Ich sehe die Schaukäserei als eine einmalige Gelegenheit der Zusammenarbeit», so Wälti.

Eindeutig positionieren

Trotz des schwierigen Umfeldes sieht ES-Geschäftsführer Stefan Gasser positiv in die Zukunft. Durch spezielle Auslobung im Thekenverkauf oder mit eindeutiger Positionierung im Premiumsegment sieht Gasser Potenzial zur Absatzsteigerung. Jürg Kriech, verantwortlich für Qualitätssicherung und Technik bei ES, präsentierte in Bern detaillierte Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres 2014. Obschon in der Schweiz mittlerweile mehr Milch zu Mozzarella verarbeitet werde, sei der Emmentaler AOP immer noch der meistexportierte Käse der Schweiz.

Mit einer exportierten Menge von 13'993 Tonnen pro Jahr ist die im Ausland verkaufte Menge aber erneut gesunken. «Vor allem in den wichtigen Märkten in Italien oder Deutschland haben wir verloren, konnten dies aber durch Mehrverkäufe in anderen Märkten teilweise wieder kompensieren», so Kriech. Zudem habe die Wertschöpfung dank besseren Verkaufspreisen gehalten werden können. Weiter unterstrich Kriech die nach wie vor hohe Qualität der in der Schweiz produzierten Emmentaler AOP. «70 Prozent der Käselaibe werden mit 19 Punkten oder mehr als Topkäse verkauft.»

Michelle Hunziker ist ideal

Nicole Fankhauser und Sandra Jordi von der Marketingabteilung bei ES erläuterten die Werbeaktivitäten: Schwingerkönig und -königin Matthias Sempach bzw. Sonia Kälin hätten im vergangenen Jahr an zahlreichen Veranstaltungen wertvoll eingesetzt werden können. Aber auch der Gewinn des Weltmeistertitels von Gérard Sinnesberger habe einen grossen Effekt gehabt, der sogar durch Bundesrat Johann Schneider-Ammann gewürdigt worden sei.

Marketingtechnisch im Zentrum stehe aber derzeit natürlich die Produktion und die Positionierung der neuen Markenbotschafterin Michelle Hunziker. «Dadurch, dass Michelle Hunziker in Ostermundigen – also fast im Emmental – aufgewachsen ist und in den für Emmentaler beiden wichtigen Ländern Deutschland und Italien bekannt ist, ist sie die ideale Werbeträgerin», so Jordi. Michelle Hunziker meldete sich auch mittels Liveübertragung direkt in die Delegiertenversammlung und begrüsste die Delegierten persönlich.

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