24.07.2017 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Verbände
«Die Solidarität sollte zunehmen»
Seit dem 1. Juli leitet Markus Berner die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost als Geschäftsführer. Er übernimmt diese Aufgabe zu einem Zeitpunkt, in dem im Milchmarkt einige Herausforderungen anstehen.

«Für die Milchbauern ist der Milchpreis im Moment katastrophal», sagt Markus Berner, neuer Geschäftsführer der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO). «Für viele Milchbauern wird die Produktion deshalb immer mehr zum Problem, weil sie ihre Kosten oft nicht mehr decken können.» Kommt der Zwist in der Branchenorganisation Milch (BOM) dazu, aus der ein gewichtiges Mitglied ausgetreten ist.

Lösung durch verhandeln

«Es geht nun nicht darum, einzelne Abnehmer an den Pranger zu stellen», erklärt Berner. «Es nützt auch wenig, wenn wir poltern und dadurch unsere Milchabnehmer verärgern.» Problematisch für ihn ist aber, wenn die Branche den Zusammenhalt verlieren sollte. Das helfe niemandem und gefährde die Allgemeinverbindlichkeit. Deshalb sieht der neue Geschäftsführer den Lösungsweg in konstruktiven Gesprächen. Das bedeutet für ihn auch gegenseitiges Verständnis.

«Mir ist klar, dass solche Verhandlungen Zeit brauchen. Diese Geduld müssen wir aber unbedingt aufbringen.» Eine gute Möglichkeit zur positiven Beeinflussung dieses Prozesses haben aus Sicht von Berner die Bauern selber. Er sähe es gerne, wenn sie etwas weniger melken würden. «Nicht zuletzt wäre es positiv, wenn die Solidarität in unserer Branche zunehmen würde. Das alles könnte unsere Verhandlungsposition stärken.» Kein Verständnis hat er für den Entschied des Bundesrates, dass Konsumenten per 1. Juli bei der Einfuhr von Milch keinen Zoll mehr bezahlen müssen.

Verband im Team leiten

Laut Medienmitteilung haben die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost und ihre Geschäftsführerin Rebecca Scheidegger recht kurzfristig beschlossen, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Der Grund liege in unterschiedlichen Ansichten in Bezug auf die strategische Führung, hiess es im Mai. Markus Berner erlebte also in seiner neuen Aufgabe einen ziemlich überraschenden Start. Er war vor allem als Berater von Genossenschaften unterwegs. Der Familienhelferdienst, Kursangebote, Beurteilungen für die landwirtschaftliche Kreditkasse und mehr beschäftigten ihn. Er ist deshalb mit der Situation im Milchmarkt vertraut. Zudem war er Stellvertreter seiner Vorgängerin.

«Trotzdem gibt es viele Bereiche, in die ich mich erst nach und nach einarbeiten muss», sagt er. «Das macht mir aber Freude, denn nach acht Jahren im Verband war die Zeit für eine solche Aufgabe reif. Ich mag es, wenn ich etwas gestalten kann.» Er freut sich deshalb darauf, Neues zu lernen und weitere Erfahrungen zu sammeln. Dabei ist ihm das Team ein grosses Anliegen. «Unsere Mitglieder sollen wissen, wer auf unserer Geschäftsstelle arbeitet. Deshalb dürfte es ab und zu vorkommen, dass jemand aus unserem Team an Anlässen dabei sein wird.»

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