23.01.2013 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Michael Wahl, LID
Fleisch
Die verschiedenen Typen von Fleischessern
Der Fleischkonsum in der Schweiz ist leicht rückläufig. Vor allem gesundheitsbewusste Personen essen weniger Fleisch.

53,74 Kilo Fleisch verzehrte jeder Schweizer durchschnittlich im Jahr 2011. 30 Jahre zuvor betrug der Pro-Kopf-Konsum noch über 60 Kilo. Der Anteil Vegetarier an der Bevölkerung ist mit rund drei Prozent zwar gering. Doch die Anzahl Personen, die an gewissen Tagen bewusst auf Fleisch verzichtet, liegt bei knapp 50 Prozent. Den Konsum von Fleisch einzuschränken oder ganz auf ihn zu verzichten kann verschiedene Gründe haben – beispielsweise ethische (keine Tiere töten), ökologische (Klima- und Ressourcenschutz) oder gesundheitliche.

Für Männer ist der Geschmack prioritär

Michael Siegrist kennt die Konsumgewohnheiten der Schweizer: Gesundheitsorientierte Leute würden weniger Fleisch essen als genussorientierte Personen, erklärte der Professor für Konsumverhalten an der ETH Zürich am Symposium der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, das am 16. Januar stattfand.

Frauen seien grundsätzlich gesundheitsbewusster und würden über mehr Ernährungswissen verfügen. Frauen würden denn auch deutlich weniger Fleisch essen als Männer, für welche der Geschmack im Vordergrund stehe. Studien hätten gezeigt, dass es verschiedene Typen von Fleischessern gebe: Während Geflügelliebhaber und Personen, die wenig Fleisch essen, stärker gesundheitsorientiert seien, seien etwa Charcuterie- und Schweinefleischliebhaber stärker genussorientiert.

Auch der Bildungsgrad spiele beim Fleischkonsum eine Rolle: Wer viel über Ernährung weiss, konsumiert mehr Gemüse, weniger Wurstwaren und weniger rotes Fleisch.

Masshalten beim roten verarbeiteten Fleisch

Ulrich Keller, Arzt und Präsident der Eidgenössischen Ernährungskommission, referierte über die gesundheitlichen Aspekte des Fleischkonsums. "Die Sterblichkeit wird nicht beeinflusst, ob man Fleisch isst oder nicht." Das hätte eine Auswertung mehrerer Studien ergeben. Aber: Das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten, bestimmte Krebsformen und Diabetes (Typ 2) sei bei Vegetariern geringer. Ob das auf den Fleischverzicht zurückzuführen sei, sei nicht klar. Denn Vegetarier würden tendenziell einen eher gesünderen Lebensstil pflegen.

Zur Zurückhaltung riet Keller beim Konsum von rotem verarbeitetem Fleisch. Studien hätten ergeben, dass dieses das Risiko für Herzkrankheiten und Dickdarmkrebs erhöhe. Verarbeitetes Fleisch enthalte Konservierungsstoffe wie Nitrate und mehr Salz als rohes Fleisch. Das im Fleisch enthaltene Fett habe einen relativ hohen Anteil von gesättigten Fettsäuren, was gesundheitlich eher negativ zu bewerten sei.

Keller, der selber Fleisch isst, wies auch auf die positiven Aspekte hin. Fleisch sei eine wichtige Quelle für Proteine. Im Gegensatz zu pflanzlichen Eiweissen seien die tierischen wertvoller. Fleisch enthalte ferner Eisen, Zink und das für die Blutbildung wichtige B12-Vitamin.

Schweinefleisch ist am beliebtesten

Von den 53,74 kg Fleisch, die jeder Schweizer im 2011 durchschnittlich gegessen hat, war rund die Hälfte Schweinefleisch (24,92 kg). Dahinter folgen Geflügel (11,43 kg) und Rindfleisch (11,29 kg).

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE